Demonstranten der Gruppe „Letzte Generation“ an der Ausfahrt Halenseestraße der Stadtautobahn am vergangenen Dienstag. dpa/Paul Zinken

Am gestrigen Donnerstag die Kreuzung am Frankfurter Tor, heute wieder die Ausfahrten der Berliner Stadtautobahn – sogenannte Aktivisten der „Letzten Generation“ haben am Freitagmorgen die Autofahrer mit Straßenblockaden genervt.

Betroffen waren am Freitag laut Polizei seit etwa kurz nach 8 Uhr etwa die Ausfahrten Kaiserdamm, Kurt-Schumacher-Damm Ecke Heckerdamm und die Spandauer-Damm-Brücke. Die Aktionen stehen laut Polizei erneut in Verbindung mit der Initiative „Letzte Generation“, zur Anzahl der Demonstranten und Art des Protests gab es zunächst aber keine Informationen. Auch blieb zunächst das Ausmaß der entstehenden Staus und Verzögerungen offen.

Die „Letzte Generation“ schrieb unterdessen via Twitter „A100 zum dritten Mal diese Woche dicht“. Demnach blockierten am Morgen an sechs Orten in Berlin Menschen wieder den Autoverkehr. Eine Reaktion von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gebe es bislang nicht.

An den Kanzler appellieren die Demonstranten immer wieder, protestieren sie doch gegenwärtig auch gegen neue Ölbohrungen in der Nordsee: „Sie traten als Klimakanzler an – sprechen Sie ein Machtwort gegen neues Nordseeöl!“

Grüne Bürgermeisterin solidarisiert sich mit Blockierern

Für einigen Ärger hatte am Donnerstag die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Clara Herrmann (Grüne), gesorgt. Am Rande der Blockade am Frankfurter Tor betonte die Politikerin in einem von den Aktivisten auf Twitter veröffentlichten Video ihre Solidarität mit den Klimablockaden.

Benjamin Jendro, Pressesprecher der Gewerkschaft der Polizei Berlin, meinte am Freitag zu Clara Herrmanns Äußerungen auf Twitter: „Neuer Tag, neue Blockade – Heute wurde sich auf der A100 Richtung Süden Höhe Spandauer Damm festgeklebt – Unsere Kolleg. haben natürlich etwas Speiseöl dabei und würden sich freuen, wenn auch Vertretende des Rechtsstaates sich von diesen Straftaten distanzieren.“

Die Klimaschutzinitiative hatte schon in den vergangenen Monaten vor allem Autobahnausfahrten und Straßen in Berlin und anderen Städten blockiert. Nun rief sie zu einer zentralen Aktionswoche in Berlin auf.

Am Montag und Dienstag blockierten die Aktivisten wieder Autobahnen, am Mittwoch beschmierten sie eine Wand des Bundeskanzleramtes mit schwarzer Farbe.

Dutzende Demonstranten wurden in den vergangenen Tagen von der Polizei vorläufig festgenommen und wieder freigelassen.