Autobahn-Blockade: Am Morgen wurde die Ausfahrt Konstanzer Straße in Charlottenburg-Wilmersdorf von Aktivisten lahngelegt. Twitter/@AufstandLastGen

Der Montag begann für viele Autofahrer so, wie die Arbeitswoche am Freitag endete: Mit einem Stau auf der Stadtautobahn. Erneut haben Klimaschutz-Aktivisten in Berlin Ausfahrten der A100 blockiert. Am Montagmorgen traf es die Ausfahrten Messedamm,  Konstanzer Straße in Charlottenburg-Wilmersdorf und Oberlandstraße in Neukölln, wie die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) mitteilte. Als Folge bildeten sich wieder kilometerlange Staus.

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Mit dabei diesmal eine Mutter mit ihrer 12-Jährigen Tochter, die für die Autobahn-Blockade die Schule schwänzte. Auf Twitter ließ die 12-Jährige verlauten: „Ich träume davon, die Welt zu sehen. Es macht mich so wütend, dass ich nur Tierleichen, verbrannte Bäume & Plastik sehen werde.“

Aktivisten fordern Agrarwende und „Essen-Retten-Gesetz“

Denn hinter den Aktionen, die immer wieder die Stadt lahm liegen, steht die kleine Gruppe „Aufstand der letzten Generation“. Sie fordern ein sofortiges „Essen-Retten-Gesetz“ und eine Agrarwende, um Klimagase aus der Landwirtschaft zu reduzieren. Was diese beiden Forderungen allerdings mit Autos, die blockiert werden, zu tun hat, ist nicht ganz plausibel.

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Die Polizei räumte die Blockaden recht zügig und nahm 21 Blockierer vorläufig fest. Ihre Personalien sollten festgestellt werden für mögliche Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten und Straftaten. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatte angekündigt, dass die Polizei versuchen werde, mit gezielten Maßnahmen die Blockadeaktionen zu verhindern oder schnell aufzulösen.

Autofahrer reagierten in den letzten zwei Wochen wütend und zum Teil aggressiv. Die Polizei stellte Dutzende Strafanzeigen wegen Nötigung und Widerstands. Kritik gab es auch aus Teilen der Politik, weil durch die Aktionen der Verkehr und auch Menschen gefährdet werden könnten.

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Am Mittwoch um 14 Uhr wollen die Aktivisten vor dem Reichstag Politikern der Ampelregierung einen Offenen Brief mit ihren Forderungen übergeben, kündigt Sprecherin Carla Hinrichs an. Kommen die Politiker nicht, werden neue Aktionen angedroht.

Carla Hinrichs (24) hat ihr Jura-Studium in Bremen unterbrochen, um sich Vollzeit  für „Aufstand der letzten Generation“ zu engagieren: „Ich bin dazu gekommen, weil ich die letzten Jahre viel auf der Straße war, demonstriert habe, Petitionen geschrieben habe und das alles leider nichts gebracht hat“, sagte sie gegenüber den RBB. Und fügte hinzu: „Wo kann man in Deutschland die größtmögliche Störung hervorrufen, wenn nicht auf deutschen Autobahnen?“