Helga Hahnemann lebte in Pankow und ist auf dem Friedhof in der Uhlandstraße begraben. Einen Platz mit ihrem Namen wird es aber in Pankow wohl nicht geben. 
Helga Hahnemann lebte in Pankow und ist auf dem Friedhof in der Uhlandstraße begraben. Einen Platz mit ihrem Namen wird es aber in Pankow wohl nicht geben.  dpa-Zentralbild

Lange Zeit war gar nüscht, dann gingen gleich drei Bezirke ins Rennen: Wer würde als erster die berühmteste ostdeutsche Entertainerin ehren? Wo soll sie eingerichtet  werden, die Helga-Hahnemann-Straße, auf die Berlins schon seit Jahrzehnten wartet?  

Nach einem KURIER-Artikel, der das Fehlen einer Helga-Hahnemann-Straße anprangerte, wurden Anfang 2022 in Mitte, Pankow und Treptow-Köpenick  in den Bezirksparlamenten (BVV) Straßenbenennungen beantragt.

Ost-Star aus Pankow 

In Pankow lagen die Pläne für eine Hahnemann-Straße dann aber lange im Kulturausschuss des Bezirkes. Die CDU hatte in der BVV vorgeschlagen, einen Platz oder Park im Ortsteil Wilhelmsruh nach der beliebten Kabarettistin, Schauspielerin und Sängerin zu benennen, die dort auf dem Friedhof bestattet wurde und ein Ehrengrab erhalten hat.

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Schon damals wusste man, dass auch in Köpenick eine Straße für "Henne" geplant wurde und dass die Planungen dort weiter fortgeschritten waren. Trotzdem ließ man sich in Pankow Zeit. Hier sollte schließlich ein Helga-Hahnemann-Park entstehen. In Berlin ist es nicht unüblich, dass es in unterschiedlichen Bezirken ähnliche oder sogar gleiche Straßennamen gibt. 

Für Pankows CDU-Fraktionschefin Denise Bittner wäre es auch gar kein Problem gewesen, wenn es in Treptow-Köpenick schon eine Straße für „Big Helga“ gibt. „Wir haben in der Stadt so viele Berliner Straßen, da kann es auch mehrere für Helga Hahnemann geben“, sagte Bittner im August dem KURIER. 

Eine erste Hahnemann-Straße sollte nahe des Friedrichstadtpalastes in Mitte entstehen. Doch daraus wurde nichts.  Ulla Klingbeil und Karin Güttler hatten über 2000 Unterschriften dafür gesammelt. Bezirksbürgermeister Joachim Zeller und die Sängerin Angelika Mann unterstützten das Vorhaben. 
Eine erste Hahnemann-Straße sollte nahe des Friedrichstadtpalastes in Mitte entstehen. Doch daraus wurde nichts.  Ulla Klingbeil und Karin Güttler hatten über 2000 Unterschriften dafür gesammelt. Bezirksbürgermeister Joachim Zeller und die Sängerin Angelika Mann unterstützten das Vorhaben.  Imago / Eventexpress Herrmann 

Doch die Rechnung wurde ohne genaues Studium der Vorschiften gemacht: Weil in Köpenick die Ausweisung der Straße schon amtlich war und im November auch im Berliner Amtsblatt bestätigt wurde, ist der Straßenname nun quasi besetzt.

Überall in Berlin gibt es doppelte Straßennamen

In einer der unzähligen Ausführungsvorschriften hat Pankows Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) folgende Anweisung ausgegraben: In Benennungsverfahren wie diesem „darf ein in Berlin bereits vorhandener Straßenname nicht erneut verwendet werden“, berichtet die Stadträtin gegenüber der Zeitung Morgenpost. „Sich nur in den Grundwörtern Straße, Platz, Weg, Allee, Damm oder dergleichen voneinander unterscheidende sowie gleich und ähnlich lautende Straßenbezeichnungen gelten als Wiederholung und sind nicht zulässig.“ 

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Ein offizieller Helga-Hahnemann-Park in Pankow, wo sie wohnte und auch begraben ist, ist also nicht umsetzbar. In Pankow ärgert man sich nun, dass es mit dem Procedere nicht schneller voran ging und Köpenick die Nase vorn hatte. Schließlich stammte der Pankower CDU-Antrag aus dem Februar, beschlossen wurde er aber erst im September. Auch in Mitte hat sich die Hahnemann-Straße nicht verwirklichen lassen. 

In Niederschöneweide, wo Helga Hahnemann von 1956 bis 1959 die Schauspielschule besuchte, die sich einst an der Schnellerstraße befand, wird La Helga nun mit einer Privatstraße in  einem neuen Wohngebiet zwischen Fließstraße und dem Spreeufer geehrt. 

Außerdem erinnern ein Stern im „Walk of Fame“ in Berlin und die jährliche Auszeichnung „Goldene Henne“ an die ostdeutsche Künstlerin.