Berlin: Katja Kipping (Linke), Senatorin für Soziales und Arbeit, will Sonntagsfeiertage nachholen lassen.
Berlin: Katja Kipping (Linke), Senatorin für Soziales und Arbeit, will Sonntagsfeiertage nachholen lassen. dpa/Kumm

Kommt wie gerufen und ist einfach nur wunderbar: Feiertage, die auf einen Sonntag fallen, sollen in Berlin künftig nachgeholt werden. Wenn man sich das vorige und das laufende Jahr ansieht, kann man nur sagen: Es wird auch Zeit, liebe Politiker!

Es ist Berlins Arbeitssenatorin Katja Kipping (Linke), die vorprescht. Sie will gesetzliche Feiertage, die auf einen Sonntag fallen, künftig durch einen Ersatzfeiertag am nächsten Arbeitstag nachholen lassen. „Es geht darum, den Beschäftigen damit etwas zurückgeben, was ihnen durch einen Zufall des Kalenders weggenommen wird“, sagte Kipping dem in Berlin erscheinenden Tagesspiegel (Samstag).

„Es wäre nur gerecht, wenn Feiertage, die auf einen Sonntag fallen, am darauffolgenden Werktag als Ersatzfeiertag nachgeholt werden“, sagte Kipping weiter. Dafür müsste der Senatorin zufolge das Berliner Feiertagsgesetz um eine Regel für Ersatzfeiertage ergänzt werden. In Ländern wie Spanien, Großbritannien, Belgien oder Australien, so die Politikerin, sei das Nachholen längst üblich, in Deutschland bisher nicht, heißt es in dem Bericht weiter.

Im vergangenen Jahr fielen vier gesetzliche Feiertage auf einen Sonntag. In diesem Jahr fallen der Tag der Arbeit und der erste Weihnachtsfeiertag auf einen Sonntag. Heißt: Arbeitnehmer haben immer weniger Freizeit, und das, obwohl der Arbeitsstress und die Belastung durch Corona enorm hoch sind.

Jeder verlorene Feiertag bedeutet mehr Stress

Der Vorschlag von Kipping ist nicht neu: Linke und Grüne fordern schon länger einen Ausgleich für Feiertage am Sonntag. So sagt der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im Bundestag, Jan Korte, der Düsseldorfer Rheinischen Post: „Jeder verlorene Feiertag bedeutet mehr Stress und weniger dringend benötigte Erholung von den Belastungen durch die Arbeit und die Pandemie.“ Die Linke werde parlamentarisch tätig werden, „damit künftig keine Feiertage mehr ausfallen“, hieß es.

Und die Arbeitsmarktexpertin der Grünen, Beate Müller-Gemmeke, sagte ebenfalls in der Rheinischen Post: Es sei jetzt an der Zeit, gesellschaftlich darüber zu diskutieren, dass Feiertage, die auf einen Sonntag fallen, nachgeholt werden können. Dies sei bereits in einer ganzen Reihe von Ländern der Fall. Ein Beispiel ist Australien, wo Feiertage, die auf einen Sonntag fallen, automatisch einen freien Montag bedeuten.

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Ob der Vorstoß von Kipping und Co. nur heiße Luft ist, wird sich zeigen. Jedenfalls lohnt sich die Diskussion, denn es wird auch künftig immer wieder Feiertage geben, die auf einen Sonntag fallen.