Drei Männer sitzen seit Mittwoch in Berlin vor Gericht. Sie sollen die Hotelräuber sein. Pressefoto Wagner

Erst fragten sie nach einem Zimmer, dann zogen sie Messer: Miese Hotel-Räuber waren unterwegs. Nun stehen drei Männer vor Gericht.

Schluss mit Hotel – seit rund einem halben Jahr sitzen sie in Zellen: Mahmoud M. (21), Mustafa O. (19) und Ibrahim E. (26). Keiner von ihnen hat einen Beruf erlernt. Um drei Überfälle auf Hotels geht es – in einem Fall sollen sie als Trio agiert haben.

Am 26. August soll O. an einer Rezeption aufgetaucht sein. Anklage: „Er gab vor, dass sein Weinglas bei einem Streit im Hotelzimmer ausgekippt worden sei.“ Betont freundlich und höflich sei er als angeblicher Gast aufgetreten – und habe den Angestellten ablenken können. Mit 639 Euro aus einer Schublade soll O. geflohen sein.

Drei Wochen später in der Rankestraße (Charlottenburg). Mahmoud M. und ein Komplize sollen nachts ein Hotel betreten haben – „jeweils bewaffnet mit einem Messer und maskiert mit Corona-Atemschutzmasken“, heißt es in der Anklage.

Sie täuschten vor, ein Zimmer buchen zu wollen. Als der Mann an der Rezeption hinter den Tresen ging, um in den Hotel-Computer zu sehen, zogen die Räuber ihre Messer, forderten: „Geld, Geld!“

Hotelräuber drohte mit einem 32 Zentimeter langen Schraubendreher

Der Angestellte gab etwa 100 Euro aus einer Schublade. Ihnen war es zu wenig. Einer trat die Tür zum Büroraum auf. Sie sollen einen 60 Kilo schweren Tresor aus der Verankerung gerissen und mit dem Safe geflohen sein. Beute insgesamt: 15.712 Euro.

Zehn Tage später tauchten im selben Hotel drei maskierte Gangster auf – M. laut Anklage mit einem 32 Zentimeter langen Schraubendreher, mit dem er den Rezeptionisten bedrohte. Wieder ging es an den Safe, der nebst Inhalt (1985 Euro) mitgenommen wurde.

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Nur M. sagte nun aus. Ein Geständnis, doch Namen von Komplizen nannte er nicht. Zu seiner ersten Tat sei es spontan gekommen – „wir hingen ab, liefen umher“. Plötzlich der Raub, um Geld für Drogen zu erbeuten. M.: „Ich hielt einem Mann ein Messer an den Bauch.“ Sein zweiter Überfall sei nicht spontan gewesen. M.: „Ich bitte um Entschuldigung.“ Er wolle künftig straffrei leben – „mein Vater hat einen Job für mich gesucht“. Fortsetzung: Dienstag.