Schnee bis nach ganz unten: Langfrist-Prognosen lassen einen Winter erwarten, der diesen Namen tatsächlich verdient. Foto: Barbara Gindl/APA/dpa

Bodenfrost, Nebel und dann auch noch Dauerregen, der von Osten her auf uns zukommt: Der Herbst hat uns im Griff. Ausgerechnet jetzt in den Herbstferien macht Wetterexperte Dominik Jung jede Hoffnung zunichte, dass sich an diesem Trend viel ändern wird: „Der goldene Oktober fällt in diesem Jahr aus“, so die kühle Prognose des Diplom-Metorologen vom Portal wetter.net. Am Dienstag erreichen wir in unserer Region noch immerhin 13 Grad, am Mittwoch reicht es kaum noch für zehn Grad.

Bis zum Dienstagnachmittag zeigt sich im Berliner Raum noch gelegentlich die Sonne. Dann ziehen dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge von Polen Wolken heran, die ab Abend Regen in die Region tragen. Dieser breitet sich in der Nacht zu Mittwoch bei Tiefstwerten um die acht Grad von der Niederlausitz nach Nordwesten aus. Bis zum Mittwochnachmittag weht dann auch noch ein frischer Wind, der verbreitet zu stürmischen Böen aufdrehen wird.

Erst in der Nacht zu Donnerstag rechnet der DWD damit, dass die Niederschläge nachlassen, doch bis Freitag wird es immer wieder etwas regnen. Die Höchstwerte schleppen sich so gerade über die 10-Grad-Marke, die Tiefstwerte bleiben zwischen drei und sechs Grad äußerst ungemütlich. Auch zum Wochenende erwartet Wetterexperte Jung keine durchgreifende Besserung.

Deutet diese Abkühlung vielleicht schon auf das, was uns noch in den kommenden Wochen und Monaten blüht? Wetterexperte Jung hat darauf eine klare Antwort: Nein! Es sei ein immer wieder verbreiteter Irrglaube, das Wetter der folgenden Monate richte sich nach dem Wetter der Vormonate richten würde. „Das ist fachlich völliger Unsinn, wird aber immer wieder gerne verbreitet.“

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Gefühlt könnte der Dezember sogar zu kühl werden

Dennoch zeigt sich Jung fasziniert von den jüngsten Langfristprognosen, die bis in den Dezember und sogar darüber hinaus reichen. Wetterforscher vom US-amerikanischen Wetterinstitut NOAA haben nämlich errechnet, dass der Dezember bei uns im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten recht normal und durchschnittlich ausfallen. Das haben wir nach den viel zu warmen Dezembermonaten der vergangenen Jahre lange nicht mehr erlebt. Gefühlt würden wir, soweit diese Prognose eintrifft, einen zu kühlen Dezember erleben.

Können wir uns vielleicht sogar Hoffnung auf weiße Weihnachten machen? Jung stellt klar: „Aussagen zu einzelnen Tagen im Dezember 2020 sind heute noch nicht möglich.“ Es wäre ja schon viel erreicht, wenn die Wettermodelle für 14 Tage im Voraus errechnen könnten, aber mit jedem Tag in die Zukunft sinkt die Genauigkeit der Prognosen. Also: Weiße Weihnachten – das ist mehr als zwei Monate im Voraus noch völlig offen.

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Allerdings: Schon die Prognose eines ganz normalen Dezembers bietet eine völlig bessere Ausgangswetterlage als die eines viel zu warmen Dezembers – wie wir sie in den Jahren zuvor hatten. Vielleicht könnte es ja auch mal wieder Schnee bis ganz runter geben, spekuliert der Wetterexperte. Der Ausblick bis in den Januar hinein zeigt zwar, dass der Winter noch eine wackelige Angelegenheit werden könnte: Die Prognose zeigt eine leichte Temperaturabweichung nach oben – allerdings beträgt diese gerade einmal 0,5 bis 1 Grad, erklärt Diplom-Meteorologe Jung und zieht ein erstaunliches Fazit: „Gute Zeichen für Winterfreunde.“

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