Das hat die Hauptstadt lange nicht erlebt: Am Ostermontag gab es vielerorts Schneegestöber, wie hier vor dem Brandenburger Tor. Foto: Christophe Gateau/dpa

DAS gab es in den letzten Jahre nicht: Am Ostermontag, einem Tag, an dem viele gern bei frühlingshaftem Wetter den einen oder anderen Spaziergang wagen, gab es plötzlich einen Mini-Schneesturm. Eine weiße Oster-Überraschung, die viele gar nicht glauben konnten. Und jetzt wird’s noch verrückter: Dabei bleibt es nicht, sagt Dominik Jung, Wetter-Experte bei wetter.net. Schon diese Woche rollt das nächste Schnee-Tief an – und das könnte erneut dafür sorgen, dass die Flocken fallen.

Vor einer Woche wurde der erste Sommertag des Jahres angekündigt – doch es scheint so, als könne sich das Wetter momentan überhaupt nicht entscheiden. Es ist kein Wunder: Der April macht eben einfach, was er will. Und dieses Jahr noch mehr als sonst. Denn auch der Dienstag begann in Teilen Deutschlands frostig und kühl, hier und da gab es sogar Schnee.

Der April beschert ganz Deutschland echte Wetter-Kapriolen

„Das ist schon kurios. Vor einer Woche haben wir an dieser Stelle über den ersten Sommertag des Jahres gesprochen. Der kam dann auch am vergangenen Dienstag. Der Mittwoch wurde rekordwarm. Es wurden bis zu 27,2 Grad gemessen, das war wie ein Sommeranfang und der wärmste Märzwert, der in Deutschland je gemessen wurde“, sagt Meteorologe Dominik Jung. „Nun scheinen wir eher vorm Winteranfang zu stehen. Das könnte man zumindest bei den Temperaturen meinen.“

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Er erklärt das Wetter mit den Luftmassen, die über das Land ziehen. „In der Höhe ist extrem kalte Luft zu uns geströmt. In rund 5500 m liegen die Werte heute bei minus 40 bis minus 45 Grad und das ist für diese Höhenlage zu dieser Jahreszeit rund 20 bis 25 Grad zu kalt. Durch die große Temperaturdifferenz zum Erdboden bilden sich auch heute immer wieder Gewitter: Graupelgewitter und Schneegewitter. Da kann es zugehen wie in einem Blizzard und binnen Minuten auch ganz unten weiß werden. Da hat uns der Osterhase ein echtes Kälte-Ei ins Nest gelegt.“

In dem Video warnt Meteorologe Dominik Jung vor neuen Wetterkapriolen.

Video: Youtube

Am Mittwoch komme aus dem Nordwesten ein Schneefallgebiet herangezogen. „Das kann in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, im Norden von Rheinland-Pfalz und im Norden von Hessen für die ein oder andere weiße Überraschung sorgen“, heißt es. Angekündigt sind Temperaturen zwischen 1 und maximal 8 Grad – nach den ersten Schneeschauern im Westen soll es später am Tag überall rieseln.

US-Wettermodell sieht keine Rückkehr zu warmen Temperaturen

Zumindest das US-Wettermodell sieht momentan keine langfristige Rückkehr zu den sommerlichen Temperaturen. „Es geht eher zu wie auf einer Achterbahn. Mal wird es etwas wärmer, mal wieder etwas kühler. Immer wieder sind Schauer mit dabei, teilweise mit Schneeflocken bis ganz runter. Der Frühling muss in diesem Jahr wohl noch länger warten. Dabei war es vergangene Woche so schön warm und sonnig. Doch für das warme Wetter gibt es nun die Quittung. Die Kälte wird viele Blüten erfrieren lassen.“