Bis zum Wochenende werden sich die Wolken verziehen und der Sonne Platz machen. Foto: dpa/Paul Zinken

Unser Wetter wird immer extremer. Diese Entwicklung hatten auch die Hochleistungsrechner der Wetterinstitute vor wenigen Tagen nicht vorhergesagt. Drei Monate Eiswinter durch La Niña hatte ein Wetterportal angedroht. So hatte es ja auch noch vor wenigen Tagen ausgesehen: Erst Polarkälte in unserer Region, doch nun schießen die Temperaturen in frühlingshafte Höhen.

Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net) versucht sich einen Reim darauf zu machen: „Es sah zeitweise sogar so aus, als würde es auch noch diese Woche kalt bleiben und sich die Kälte sogar noch verstärken.“ Und nun das: „Wir bekommen die extremste Wärme, die man sich zu dieser Jahreszeit in Deutschland überhaupt vorstellen kann.“ Noch krasser wirkt die Entwicklung beim Blick nach Südeuropa: In Athen fiel am Dienstagnachmittag bei 0 Grad Schnee. Und am Wochenende wird es bei uns so sonnig und warm wie auf den Balearen!

Noch mal Winter im März?

In Thüringen, rechnet Diplom-Meteorologe Jung vor, schossen die Temperaturen zwischen Montag und Dienstag um sage und schreibe 30 Grad nach oben! In Westdeutschland sieht man gerade bei bis zu 16 Grad bereits wieder Leute in T-Shirts herumlaufen. Und am Wochenende zielt das Thermometer bereits die 20-Grad-Marke an. „Gefühlt in der Sonne sind das auch locker 23 bis 25 Grad“, so Dominik Jung. Vollfrühling – und das Mitte Februar.

In unserer Region klammert sich die Kaltluft am Mittwoch noch verzweifelt fest, aber bei Höchstwerten zwischen 5 und 8 Grad werden die letzten Schneereste unter Sprühregen bald dahinschmelzen. Nachts können die Tiefstwerte laut Deutschem Wetterdienst (DWD) noch einmal knapp bis zur Frostgrenze sinken. Auf den Straßen im Osten Brandenburgs könnte es in der Nacht zu Donnerstag letztmals infolge überfrierender Nässe zu Rutschpartien kommen. Donnerstag lässt der Regen nach und die Höchstwerte erreichen bereits bis zu 10 Grad. Richtig schön wird es ab Freitag, und am Sonnabend sind schon bis zu 14 Grad drin, Sonntag noch mehr.

Wetter-Kapriolen durch Kimawandel?

Solche Wetterkapriolen hat es in vorherigen Wintern immer mal gegeben, allerdings wurde die Warmluft dann rasch wieder verdrängt. Auch jetzt könnte auf die Frühlingstage wieder ein heftiger Temperaturabsturz folgen. „Märzwinter“ nennen Meteorologen das Phänomen, wenn die Natur im Februar bereits aufblüht und dann eine heftige Kaltfront Frühblüten gnadenlos absterben lässt. Wie steht es nun um diesen Märzwinter? „Nicht mehr sonderlich gut“, so Jung am Mittwoch mit Blick auf die aktuellen Trendvorhersagen.  „Mindestens sieben Tage bleibt es extrem warm, danach wird es nur etwas kühler.“ Märzwinter – Fehlanzeige!

„Ich wage die Prognose, dass der Monat am Ende sogar noch leicht zu mild ausfallen könnte“, so Jung, nachdem der Februar bis jetzt in unserer Region fast 6 Grad zu kühl gewesen ist, deutschlandweit immerhin mehr als 2 Grad. Vorhergesehen hatte das vor kurzem noch so gut wie niemand – und so zeigt sich einmal mehr: Vor allem in Zeiten des Klimawandels macht das Wetter ungeachtet aller Prognosen, was es will.