Auch in Berlin kommen schon die ersten Frühblüher. Foto: dpa/Christophe Gateau

Erst Frost, dann Sonnenschein und Frühlingswetter: In wenigen Tagen hat das Wetter in Deutschland einen Rekord-Umschwung hingelegt. Das haben die Klimaforscher des Deutschen Wetterdienstes berechnet. Noch nie sei die Temperatur seit Beginn der Aufzeichnungen innerhalb von sieben Tagen so stark gestiegen wie die nun bestätigten Messwerte der Wetterstation Göttingen. Während dort am 14. Februar noch ein Tiefstwert von minus 23,8 Grad gemessen worden war, betrug der Höchstwert am 21 - also ein Anstieg um 41,9 Grad!

Und nicht nur das: In Teilen Deutschlands wunderten sich Autofahrer gestern darüber, warum so viel Staub und sogar Sandkörnchen auf ihren Autodächern zu sehen waren. Es ist der Sahara-Staub, der durch warme Luftmassen aus Afrika über Frankreich nach Deutschland gepustet wird. Die Wolke hüllte Deutschland ein. Wann verschwindet das seltsame Wetterphänomen – und wie geht es jetzt weiter mit dem Frühling?

Der Februar ist der Wintermonat der Wetter-Rekorde

Ob mit Sahara-Staub oder ohne: Der Februar ist für Meteorologen schon jetzt der Wintermonat der Rekorde. Über die Wärme, die durch Deutschland wabert, während vor einer Woche noch Minusgrade im zweistelligen Bereich herrschten, staunt auch Dominik Jung von wetter.net. „Der Februar 2021 ist ein Extremmonat wie man ihn selten erlebt. Die erste Hälfte herrschte Eiszeit. Der Monat war bis zum 15. Februar fast 3 Grad kälter als das Klimamittel. Nun wird es wohl 1 Grad zu warm enden. Was für eine krasse Wetterwende.“

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21,1 Grad seien am Montag in Hamburg gemessen worden, ausgerechnet im hohen Norden. „Das war wirklich eine Überraschung. In diesem Ausmaß war das nicht erwartet worden. Der alte Rekord lag im Bereich von 18 Grad. Der wurde buchstäblich pulverisiert. So warm war es im Norden seit 130 Jahren in einem Februar noch nie gewesen.“ Doch die Jagd nach dem Temperaturrekord im eigentlich kalten Winter sei noch nicht vorbei. „Es geht sehr warm weiter und das mindestens bis Donnerstag. Aber auch danach bleibt es mit 8 bis 15 Grad für die Jahreszeit deutlich zu warm.“ Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag werden erneut bis zu 22 Grad erwartet.

Das Wetter macht's möglich: Auch die Frühblüher recken schon ihre Köpfchen in Richtung Sonne. Foto: Imago/Rene Traut

Viele fragen sich nun: Wird es einen neuen Wintereinbruch geben? Das sei erst einmal unwahrscheinlich, denn die Prognosen sagen zumindest für Anfang März keine Kälte voraus. Im März oder April könne aber eine späte Rückkehr zum Winter noch immer kommen. Allerdings prognostiziert Jung: „Der Winter hatte im Februar seine große Chance, hat sie aber nur rudimentär genutzt. Eine Woche Kälte und viel Schnee – das war quasi der Winter 2020/21.“ Zwar wird es am Freitag wieder etwas kühler, die Temperaturen fallen auf bis zu 8 Grad – aber den Winter bringe das noch nicht zurück nach Deutschland.

Der Sahara-Staub soll Deutschland noch bis Donnerstag einhüllen

Und was ist mit dem Sahara-Staub? Der sorgt hier und da für ein ungewöhnliches Naturschauspiel. „An den Staubpartikeln wird das Sonnenlicht derzeit besonders toll gebrochen und daher gibt es sehr farbenprächtige Sonnenauf- und untergänge zu bewundern“, sagt Jung. „Das wird noch mindestens bis Donnerstag so bleiben.“ Ab Freitag solle dann der Wind drehen – und dann sei auch die Staubwolke kein Problem mehr.