Public Viewing macht Spaß, im Winter und drinnen könnte uns aber Corona einen Strich durch die Rechnung machen. PA Wire/ dpa

Die Sommerwelle nimmt fahrt auf, Karl Lauterbach warnt wieder und auch der Bonner Virologe Hendrik Streeck blickt zunehmend mit Sorge auf die Fernseh-Live-Übertragungen der Fußball-Weltmeisterschaft aus Katar im kommenden Winter.

In Innenräumen steigt die Gefahr, sich mit Corona anzustecken

„Dadurch kreieren wir gegebenenfalls auch wieder größere Ausbrüche, oder es kann auch zu einem Superspreading-Event kommen, und darauf muss man sich vorbereiten“, sagte Streeck dem „Nachtjournal“ des Fernsehsenders RTL. Grund dafür sei, dass das Public Viewing aufgrund der ungewöhnlichen Jahreszeit in Innenräumen, und nicht wie sonst üblich draußen stattfinden wird.

Masketragen hilft – Vorbereiten auf den Herbst

Eine Hilfe könnte dann wieder das Tragen von Schutzmasken sein. „Wir wissen, dass die Maske funktioniert und dass die Maske einen Schutz gibt“, sagte der Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Bonn. Aber vor allem müsse man die Risikogruppen in den Alten- und Pflegeheimen besser schützen. Dazu gehören gute Hygienekonzepte, aber auch eine vierte Impfung für die Risikogruppen. Jüngere bräuchten diese im Moment aber nicht, für sie reiche eine Dreifach-Impfung.

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Die Corona-Zahlen steigen in Deutschland derzeit wieder rasant. Verantwortlich dafür ist unter anderem eine neue Omikron-Variante. „BA.5 hat eine erhöhte Immunflucht“, sagte Streeck. „Geimpfte können sich wieder infizieren, weil das Immunsystem die Variante nicht mehr ganz so gut erkennen kann. Zusätzlich ist sie auch etwas stärker ansteckend.“ Auf den anstehenden Herbst und Winter müssen man sich deswegen schon jetzt sehr gut vorbereiten.

Corona-Inzidenz in Berlin steigt wieder

Auch in Berlin steigt die 7-Tage-Inzidenz. Mit 292,7 liegt sie weit über dem Niveau der Vorwoche. Laut RKI wurden 3046 Neuinfektionen gemeldet. Die Gesamtzahl der registrierten Fälle in Berlin stieg damit seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 auf 1.066.136.

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage mehr. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem, weil längst nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Und nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.