Der Einkauf im Supermarkt wird immer teurer: Vor allem die Preise von Produkten aus der Agrarwirtschaft, etwa von Nudeln, Mehl und Eiern, explodieren. dpa/Schmidt

Da rollt was auf uns zu: Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte waren im April um knapp 40 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Am Ende kommen die Steigerungen bei den Kunden im Supermarkt an, die keinen Spaß mehr haben. Das billigste Stück Butter im Markt nebenan kostet 2,19 Euro, die preiswerte Frischmilch 0,92 Cent den Liter – das ist mehr als 50 Prozent teurer als vor einem Jahr. An der Kasse reißt das Löcher ins Portemonnaie.

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Die 39,9 Prozent mehr bei den Erzeugerpreisen waren der größte Anstieg gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung 1961, teilte das Statistische Bundesamt jetzt mit.  Tierische Produkte wurden um 35,8, pflanzliche Erzeugnisse um 45,7 Prozent teurer.

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Die Getreidepreise lagen im April um gut drei Viertel über dem Vorjahresmonat

Der enorme Preisanstieg bei pflanzlichen Produkten sei unter anderem auf die seit Juli 2020 steigenden Getreidepreise zurückzuführen, berichteten die Wiesbadener Statistiker. Diese lagen im April um gut drei Viertel (77,6 Prozent) über dem Vorjahresmonat und damit noch etwas höher als im März. Der Ukraine-Krieg hat die zuvor schon angespannte Lage auf dem Weltmarkt verschärft und treibt die Preise.

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Die Kartoffelpreise haben sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. dpa/Gerten

Deutlich verteuert hat sich Raps (plus 77,1 Prozent): Das Angebot ist gering, und neben der Lebensmittelindustrie ist die Energiebranche an der Ernte interessiert, um Biogas oder Biodiesel zu fabrizieren.

Die Erzeugerpreise für Kartoffeln haben sich zudem binnen Jahresfrist mehr als verdoppelt (plus 106,2 Prozent). Das liegt an witterungsbedingt geringen Ernten. Dazu komme ein statistischer Effekt, erklären die Fachleute: Im Vergleichs-April 2021 waren Kartoffeln besonders billig, kosteten 54,5 Prozent weniger als im April 2020, weil die Ernte gut, aber die Gastronomie wegen Corona als Kunde weitgehend ausgefallen war.

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Erdbeeren verbilligten sich um ein Viertel

Hingegen sanken die Erzeugerpreise für Obst um fast 15 Prozent, Gemüse wurde kaum teurer (plus 1,1 Prozent). Erdbeeren verbilligten sich beinahe um ein Viertel (24 Prozent) – wegen einer frühen und reichen Ernte ist das Angebot dieses Jahr groß, während die Nachfrage schwächelt. Deutliche Anstiege gab es beim Milchpreis (plus 37 Prozent) und bei Eiern (plus 18 Prozent).

Die Preise für Geflügel stiegen im April 2022 um 27 Prozent gegenüber April 2021, getrieben vom überproportionalen Preisanstieg bei Hähnchen (35,9 Prozent mehr).

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Die Erzeugerpreise beschreiben das Entgelt ohne Umsatzsteuer, das die Landwirte für ihre Produkte auf der ersten Handelsstufe erzielen. Steigende Erzeugerpreise können zu höheren Verbraucherpreisen führen.