Birma Katze Belle († 9)
Foto: Pressefoto Wagner

Moabit Katzendame „Belle“ (9) spazierte auf einer Balkonbrüstung, als sie feige gepackt wurde. Vitas W. (41), der gerade Rasen mähte vor dem Haus: „Ich sah die Katze aus dem Augenwinkel fliegen.“

Belle prallte auf den Asphalt. Sie schleppte sich noch ein paar Meter, verstarb unter einem Tisch. Die Schöne tot. Wer griff sie an, wer war das Biest?

Ein Nachbar von Katzenbesitzer Harel T. (40) geriet unter Verdacht. Jens N. (41, Name geändert) vor Gericht. Seine Antwort: „Ich weiß überhaupt nichts von einer Katze.“ Ihm sei auch völlig unklar, wie das Tier auf seinen Balkon gelangt sein sollte. Außerdem habe er einen Hund: „Meinen Balkon würde sie deshalb wohl als letzten von allen aufsuchen.“

Gebäudereiniger W. aber ist sich sicher: „Erst lief die Katze auf der Balkonbrüstung hin und her, dann wurde sie von einer Person an einem Bein oder am Schwanz gegriffen.“

Es war 9.10 Uhr, als es am 15. Mai 2019 in Schöneberg laut Anklage zum Katzen-Mord kam. Wie einen Ball habe der Täter die Katze vom Balkon im ersten Stock geworfen. Mit so viel Wucht, dass sie meterweit flog.

Belle, die schöne Birma-Katze. Helles, halblanges Fell. Sie lebte bei Harel T. (40) im zweiten Stock. Auf T. ist Jens N. nicht gut zu sprechen: „Ich kann nicht schlafen. Er macht ständig Party.“ Am Tag, als Belle starb, habe T. um 7.40 Uhr mit glasigen Augen vor seiner Tür gestanden und gedroht: „Störe meine Partys nicht.“

Jens N., ein Angestellter, bekam es mit der Angst zu tun. Er informierte einen anderen Nachbarn in der Eigentumsanlage. Der Mann (42) wollte helfen: „Ich ging zu T., aber er machte einfach nicht auf.“ Es bestand der Eindruck: Drogen könnten bei T. im Spiel gewesen sein.

Der Katzenbesitzer hatte von der Polizei erfahren, dass seine Belle tot aufgefunden wurde. Anzeige erstattete er nicht. Es war die Aussage des Gebäudereinigers, die zum Verdacht gegen seinen Nachbarn führte.

Doch war es N., den Augenzeuge W. gesehen hatte? W. nun zur Richterin: „Ich kann nicht sagen, ob es der Angeklagte war. Die Person kam mir größer vor.“

Die Richterin sah es wie der Staatsanwalt: „Freispruch. Der Vorwurf der Tierquälerei und Sachbeschädigung konnte nicht nachgewiesen werden.“ Für Harel T. bleibt die Frage: Wer meuchelte Belle?