Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) will am Dienstag im Senat ihren Zwei-Stufen-Plan vorstellen. Foto: dpa/Pedersen

Zuletzt beschloss der Senat quasi im Wochentakt neue Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Noch scheint das Ende der Fahnenstange nicht erreicht.

Auf seiner Sitzung am Dienstag wird der Senat erneut über Maßnahmen beraten. So soll die Maskenpflicht für Fußgänger auf belebten Haupt- und Einkaufsstraßen, die seit Sonnabend gilt, möglicherweise auch auf Radfahrer ausgeweitet werden. Weiterhin ist zu erwarten, dass das Verbot des Alkoholausschanks nach 23 Uhr zumindest bis Mitte November verlängert wird. Auch eine weitere zeitliche Ausdehnung dieser derzeit bis 6 Uhr morgens geltenden Sperrstunde kann nicht mehr ausgeschlossen werden.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci machte am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses klar, dass  weitere Beschränkungen unausweichlich seien, sollte sich der Anstieg der Corona-Infektionen weiter fortsetzen. Der Senat sei dabei, „weitere Schritte, weitere Maßnahmen zu erörtern“, sagte die SPD-Politikerin. Das werde natürlich auch Thema bei der Senatssitzung am Dienstag sein, „weil die Lage sehr ernst ist“.

Lesen Sie auch: KURIER-Checkliste: Erkältung, Grippe oder Corona – so erkennen Sie den Unterschied >>

Kalayci wird bei der Zusammenkunft ihren Zwei-Stufen-Plan zur Diskussion stellen, der bei einem weiteren Anstieg der Corona-Fälle greifen soll. In Stufe 1 würden die bestehenden Maßnahmen leicht verschärft. Zum Beispiel, dass noch weniger Menschen zu Hause oder im Freien zusammenkommen dürfen. Bislang dürfen sich zum Beispiel Angehörige von zwei Haushalten (ohne Personenbegrenzung) in Räumen treffen, oder Menschen aus einem Haushalt mit fünf weiteren Personen. In Stufe 2 wären die Maßnahmen deutlich härter: Dann dürften die Berliner nur noch dann ihre Wohnung verlassen, wenn sie zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Arzt gehen. Es könnten nur noch Geschäfte öffnen, die für die Grundversorgung der Bevölkerung notwendig sind. Gaststätten müssten um 21 Uhr schließen, es dürften höchstens vier Gäste am Tisch sitzen, Alkohol würde nur bis 18 Uhr ausgeschenkt.

Lesen Sie auch: Neue Corona-Strategie: „Lockdown light“: Das ist der Merkel-Plan >>

Auch eine weitere Reduzierung der Teilnehmer-Obergrenzen bei Veranstaltungen steht zur Diskussion. Aktuell liegen diese bei 1000 für Events in geschlossenen Räumen und bei bis zu 5000 für Open-Air-Veranstaltungen wie etwa Fußballspielen. Thomas Isenberg, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, begrüßt die Pläne: „Wir müssen alles für eine weitere Kontaktreduzierung tun, der Senat wird weitere Schritte gehen müssen.“