Die angeklagte Laura W. (25) am Dienstag vor Gericht. Pressefoto Wagner

Hundebabys starben qualvoll, weil sich eine miese Welpen-Händlerin größere Brüste, eine kleinere Nase und Reisen in die Karibik gönnen wollte.

Die Frau, die viel zu junge und kranke Hunde verkaufte, nun auf der Anklagebank: Laura W. (25). Superschlank, Pferdeschwanz, hohe Absätze. Sie war Abiturientin, als sie im Februar 2019 erstmals kleine Hunde auf einem Markt in Polen kaufte. Um 25 Hundebabys ging es nun vor Gericht. 17 der Welpen quälten sich kurz nach dem illegalen Verkauf zu Tode.

Laura W., jetzt Studentin, früher angeblich Partygirl: „Ich hatte nie Geld und ich hatte psychische Probleme mit meinem Aussehen.“ Die ersten Hunde habe sie für 50 Euro gekauft, in einer Tasche nach Berlin geschmuggelt, für jeweils 400 Euro vermarktet.

Die Welpen-Händlerin: „Am Anfang war ich beim Tierarzt, später nicht mehr. Es wurden viele Fragen gestellt, man wollte Muttertiere sehen.“

Die Tiere waren zum Teil erst sechs Wochen alt

Sie fuhr zum Teil im Wochentakt nach Polen – „vorher hatte ich Kontakt zur Verkäuferin“. Bei Dealerin Magdalena sackte sie dann jeweils vier bis fünf hilflose Hundebabys ein. Viel zu früh dem Muttertier entrissen. Eine Polizistin: „Die Tiere waren zum Teil erst sechs Wochen alt.“

Erste Station der Hunde in Berlin: Ein verdreckter Bretterverschlag in der Wohnung von Laura W. in Hohenschönhausen. Über das Internet bot sie ihre illegale Ware an – nutzte dabei falsche Namen und Fake-Accounts. Zum Teil täuschte sie mit gefälschten Nachweisen über Impfungen und Entwurmungen.

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Meist handelte es sich um Chihuahua-Mix-Welpen. Laura W. pries sie an als gesund, tierärztlich versorgt. Dazu süße Fotos von Hundebabys und deren Eltern. Alles Lüge.

Käuferin Kim A. (23), die sich nur Stunden über ein Hundebaby freuen konnte: „Nach dem Verkauf für 450 Euro war sie nicht mehr erreichbar.“ Dem Hündchen ging es am nächsten Tag schlecht. Kim A. lief zum Tierarzt. Nur Stunden später die traurige Nachricht: „Verstorben nach Durchfall.“

Laura W. soll drei Jahre lang monatlich 50 Euro zahlen – zur Schadenswiedergutmachung

Elendig verendet auch Hündchen Luna. Käuferin Marianne E. (49): „Erst war das Tier noch fit, doch schnell ging es los.“ Mit Blut am Schnäuzchen fing es an. Zeugin E.: „Jeden Tag bin ich zum Tierarzt, habe alles versucht.“ In den meisten Fällen starben die Welpen an einer gefährlichen Viruserkrankung.

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25 Fälle waren angeklagt. Der Staatsanwalt: „Vermutlich waren es viel mehr.“ Laura W. habe Tiere geopfert für Urlaub (Mexiko und Dominikanische Republik), für einen größeren Busen – „schäbig, wie kann man nur!“ Weil sie gestanden hat, plädierte er auf Bewährung.

Das Urteil: Wegen Tierquälerei, gewerbsmäßigen Betrugs in 25 Fällen und Urkundenfälschung ergingen zwei Jahre Haft auf Bewährung. Außerdem wurde Einziehung von 8628 Euro Tatbeute angeordnet. Und Laura W. soll drei Jahre lang monatlich 50 Euro zahlen – zur Schadenswiedergutmachung.