Blick in das automatisierte Medikamentenlager einer Apotheke. Weil Fiebersäfte knapp sind, stellen Apothekerinnen und Apotheker sie jetzt selbst her.
Blick in das automatisierte Medikamentenlager einer Apotheke. Weil Fiebersäfte knapp sind, stellen Apothekerinnen und Apotheker sie jetzt selbst her. dpa/Jan Woitas

Ausgebildete Fachkräfte in Apotheken können weit mehr als Tabletten und Salben zu verkaufen: In der Not stellen sie Medikamente selbst her. Die Feiertage haben Apothekerinnen und Apotheker gut genutzt – und sich einen Vorrat an selbst produzierten Mangel-Arzneien hergestellt. Nicht alle Krankenkassen unterstützen diese Initiative, doch das soll sich bald ändern.

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Um die Versorgung mit Medikamenten vor allem für Kinder zu sichern, stellen die Apotheken in Berlin Fiebersäfte selbst her. „Es ist nicht so, dass wir überhaupt kein Ibuprofen und kein Paracetamol haben, Tabletten sind ausreichend vorhanden. Aber die Applikationsformen für die Kinder fehlen“, sagte Anke Rüdinger, Vorsitzende des Berliner Apotheker-Vereins, am Mittwoch dem RBB-Inforadio. „Fiebersäfte und Zäpfchen in einzelnen Wirkstärken sind Mangelware und müssen von den Apotheken selbst hergestellt werden.“ Die Kolleginnen und Kollegen, die über die Feiertage im Notdienst waren, hätten sich so vorab Vorräte aufgebaut.

Ersatzkassen akzeptieren Abrechnung der selbst hergestellten Medikamente, andere Krankenkassen bislang nicht

Die Abrechnung dieser Medikamente mit den Ersatzkassen sei durch eine Erklärung dieser Kassen möglich, bei den Primärkassen fehle diese noch. „Die Regelungen kommen langsam in die Gänge, aber es ist momentan noch eine enorme Leistung für die Apotheken, die Versorgung aufrecht zu erhalten“, sagte Rüdinger, die selbst eine Apotheke in Berlin-Lichtenberg betreibt .

Um den Medikamentenmangel zu bekämpfen, spricht sich der Apotheker-Verein unter anderem für mehr Wirkstoffproduktion in Europa aus. Insgesamt werde das Gesundheitswesen derzeit „kontinuierlich kaputt gespart“, so Rüdinger.