Fotos: DDR Museum Berlin, 2020 Das Spiel „Der kleine Perlenkünstler“ war etwas für Bastler - und mit dem Holzbaukasten konnten sich kleine Baumeister austoben.

Der Run auf die Weihnachtsgeschenke ist bereits in vollem Gange – und wer heute Spielzeug für die Kleinsten sucht, hat tatsächlich die Qual der Wahl. Die Regale quellen über... vor ein paar Jahrzehnten war das noch etwas anderes. Zu DDR-Zeiten gab es viel, aber längst nicht alles. Wer im Osten aufgewachsen ist, erzählt heute aber: Man wusste die Dinge mehr zu schätzen, weil die Auswahl nicht so groß war.

Spielzeug aus der DDR: Das landete vor der Wende unterm Tannenbaum

Noch heute lagern viele der Dinge, die damals unter dem Tannenbaum landeten, im Depot des Berliner DDR Museum. Der KURIER stellt ein paar der Spielsachen von damals vor - kennen Sie DIE noch?

Lesen Sie jetzt auch: DDR-Star Helga Hahnemann: SO war sie wirklich! Hier erinnern sich Wegbegleiter – und DIESE traurige Geschichte erzählt Bauer sucht Frau-Star Inka Bause >>

Die Spielzeug-Nähmaschine „Michaela“, der Modellbausatz der „Wostok-1“, das Fädel-Spiel „Der kleine Perlenkünstler“ - heute dürften diese Dinge unter keinem Tannenbaum Deutschlands zu finden sein. Doch vor der Wende gehörten sie in die Geschenke-Säcke vieler Menschen in der DDR. Doch glücklicherweise gibt es sie im Museums-Depot, das etwas versteckt in Spandau liegt. Mehr als 300.000 einzelne Objekte von damals gehören zum Ausstellungs-Schatz des Museums, lagern dort in einer riesigen Halle.

Mit Suralin-Knetmasse konnten kleine Figuren geknetet werden. Foto: DDR Museum Berlin, 2020

„In der DDR wurde oftmals Wert darauf gelegt, dass Spielzeug pädagogische Vermittlungsansätze hat“, sagte der Sammlungsleiter Jörn Kleinhardt dem KURIER. „Es gab daher eine Menge Spielsachen für alle Altersgruppen, die einen gewissen Lerneffekt hatten.“

Jetzt auch lesen: Kennen Sie noch Aluchips und Bückware? Wenn Sie DIESE Begriffe aus der DDR kennen, sind Sie ein echter Ossi! >>

Dazu gehörten unter anderem die Systembaukästen der Marke „Conctruc“, angefertigt vom VEB VERO Olbernhau. Kleinhardt: „Mithilfe dieser Baukästen konnten findige Tüftler und Tüftlerinnen ab fünf Jahren allerhand Fahrzeuge wie Bagger oder Maschinen und Windmühlen nachbauen. Es gab sogar elektrische Ergänzungskästen, die zusätzliche Funktionen ermöglichten.“

Der Modellbausatz der „Wostok-1“ ließ jedes Kind zum Raumfahrer werden. Foto: DDR Museum Berlin, 2020

Auch der VEB Plasticard Zschopau fertigte Bausätze – etwa jenen der „Wostok-1“, mit der Juri Gagarin im Jahr 1961 als erster Mensch ins Weltall flog, innerhalb von 108 Minuten die Erde umrundete. „Passend zu dem Großereignis wurde ein Modellbausatz des berühmten Raumschiffes hergestellt, der damals für 13,50 Mark verkauft wurde.“

Kennen Sie noch dieses Spielzeug aus der DDR?

Wer gerne schneiderte, konnte sich mit der Spielzeugnähmaschine „Michaela“ eigene Puppenkleider nähen. Hergestellt wurde das gute Stück im VEB Kombinat PIKO Sonneberg. „Mithilfe von Batterien konnte die Maschine angetrieben werden und funktionierte wie eine große Nähmaschine“, sagt Kleinhardt.

Jetzt lesen: Tolle Rezepte vom DDR-Starkoch: Zaubern Sie doch mal „Polsterzipfel“ und „Hexensuppe“! >>

Überhaupt lag das Basteln im Trend – viele kneteten etwa mit der Knetmasse „Suralin“, auch eine Packung davon gehört zum Fundus des Museums. „Im Backofen wurden die Figuren haltbar gemacht. Die Knetmasse wurde im VEB Biggi Waltershausen hergestellt. Unsere Packung aus dem Juni 1985 kostete übrigens 8,80 Mark.“

Auch solche Spielzeug-Mähdrescher waren beliebt. Foto: DDR Museum Berlin, 2020

Laut Kleinhardt sei die Produktpalette bei Spielzeug sehr vielfältig gewesen. „Auch die Preisspanne war dementsprechend groß. Einerseits gab es beispielweise einfache Holzbaukästen für 18 Mark“, sagt er. „Andererseits konnte man aber auch technologische Spitzenprodukte wie den 1984 entwickelten Schachcomputer ,RFT Chess Master‘ für 1580 Mark erwerben.“

Jetzt lesen: Vergessene Begriffe aus der DDR: Wenn Sie diese Wörter kennen, dürfen Sie sich Ossi nennen! >>

Das DDR-Museum brachte mehrere Bildbände mit rund 4000 Objekten aus dem Depot auf den Markt. Informationen dazu gibt es unter www.ddr-museum.de