Zeichen der Solidarität in Berlin: Das Brandenburger Tor leuchtet in den Farben der Ukraine. Benjamin Pritzkuleit

Die Berliner Grünen überraschen mal wieder mit einer Forderung, die die Wirtschaft gegen sie aufbringen dürfte. Sie fordern, in diesem Jahr den 24. August zum Feiertag zu erklären. Schnapsidee oder eine gute Sache?

Das Ganze soll eine einmalige Aktion sein und als Zeichen der Unterstützung der Ukraine verstanden werden. Die Abgeordnetenhausfraktion hatte das am Sonnabend mit ihrem Masterplan auf ihrer Klausur beschlossen.

Hintergrund ist, dass die Ukraine am 24. August jedes Jahr ihren Nationalfeiertag begeht. An diesem Tag erklärte das Land im Jahr 1991 seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion.

Mit Feiertag Zeichen setzten für die deutsch-ukrainische Verbundenheit

Die Berliner Grünen wollen den Feiertag als Zeichen der Solidarität Berlins mit der Ukraine begehen, hieß es. Ziel sei es, ein deutliches Zeichen zu setzten für die deutsch-ukrainische Verbundenheit. Das ist aber nicht der einzige Grund: Die Berliner Grünen wollen damit auch würdigen, was Berlinerinnen und Berliner für die Geflüchteten geleistet haben.

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Ob die Idee realisiert wird, sei dahingestellt. Der Berliner Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Carsten Schatz, erklärte in einer ersten Reaktion, seine Partei sei hier offen. Die Linke sei immer bereit, über zusätzliche Feiertage zu reden, so Schatz zum RBB. SPD-Fraktionschef Raed Saleh wollte sich zunächst nicht zu dem Vorschlag äußern. Das müsse erst mal in der SPD-Fraktion diskutiert werden.

Berliner Wirtschaft verliert durch Feiertag 300 Millionen Euro

Für die Berliner Wirtschaft sind Feiertage ein rotes Tuch, weshalb es von da Widerstand geben dürfte. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft kostet das Land Berlin ein zusätzlicher Feiertag 300 Millionen Euro. Allerdings ist diese Rechnung umstritten. Schließlich geben Berliner an Feiertagen ihr Geld für Ausflüge, Gastronomie und Entertainment-Aktivitäten aus. Und das nicht zu knapp.

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Auf einen anderen einmaligen Feiertag hat sich Rot-Grün-Rot übrigens schon verständigt: den 80. Jahrestag des Tages der Befreiung am 8. Mai 2025.

Zuletzt hatte sich Arbeitssenatorin Katja Kipping (Linke) für eine neue Feiertagsidee ausgesprochen. Sie möchte gesetzliche Feiertage, die auf einen Sonntag fallen, künftig durch einen Ersatzfeiertag am nächsten Arbeitstag nachholen lassen. „Es geht darum, den Beschäftigen damit etwas zurückgeben, was ihnen durch einen Zufall des Kalenders weggenommen wird“, sagte sie. Ob das umgesetzt wird, steht allerdings in den Sternen.