Frisch geschlagene Baumstämme (Symbolbild)
Frisch geschlagene Baumstämme (Symbolbild) dpa/Soeren Stache

Die Energiepreise steigen und da sucht wohl manch einer nach einem Ausweg beziehungsweise nach billigem Brennmaterial für den heimischen Ofen. So hat der Holzdiebstahl in Brandenburgs Wäldern im vergangenen Jahr stark zugenommen.

Das geht aus der Antwort des Umweltministeriums in Potsdam auf eine Anfrage aus der AfD-Landtagsfraktion hervor. Die Behörde beruft sich dabei auf Angaben der Polizei. Zwar könnten die Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS) für 2022 erst im Frühjahr veröffentlicht werden. Es werde aber „ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen prognostiziert“, hieß es. Im Jahr 2021 sei es laut PKS zu 74 Holzdiebstählen gekommen, erklärte das Ministerium. 2020 und 2019 hatte es jeweils 81 Delikte gegeben.

Holzdiebstähle noch überschaubar

Der Waldbesitzerverband Brandenburgs bestätigte die Zunahme der Delikte. „Die Diebstähle haben sich bislang aber in Grenzen gehalten“, sagte Verbandsgeschäftsführer Stephan Kirchharz der Deutschen Presse-Agentur. Als möglichen Grund für die vermehrten Fälle nannte Kirchharz die gestiegenen Energiepreise. Das Ausmaß der Diebstähle sei zwar insgesamt noch überschaubar, für einzelne Waldbesitzer könne es aber eine wirtschaftliche Katastrophe bedeuten.

Aufgeklärt wurden im Jahr 2021 laut polizeilichen Angaben 29 Delikte, was einer Aufklärungsquote von knapp 40 Prozent entsprach. Im Jahr zuvor konnten die Ermittler 26 Fälle aufklären (32 Prozent), 2019 waren es 35 Delikte (43 Prozent). Der wirtschaftliche Schaden der Holzdiebstähle in Brandenburg betrug 2021 laut PKS etwa 65.600 Euro. Im Jahr zuvor waren es knapp 160.000 Euro und 2019 lag der Gesamtschaden bei rund 95.700 Euro.