Ein Impfbus in Köpenick im Einsatz: Dort gab es Probleme, weil die Fahrzeuge „nicht zuverlässig“ zu den Terminen kamen. dpa

Schlangen vor Impfzentren und bei den Ärzten: Die Nachfrage nach Corona-Impfungen ist aufgrund der 2G-Regelungen und den Auffrischungs-Impfungen in Berlin groß. Daher ließ der Senat zusätzlich vier Impfbusse durch das gesamte Stadtgebiet fahren. Doch wegen vieler Pannen wurde nun ihr Einsatz gestoppt.

„Der Betrieb der Impfbusse ist eingestellt worden“, teilte Moritz Quiske, Sprecher der zuständigen Senatsgesundheitsverwaltung, am Donnerstag auf RBB-Anfrage mit. Er verwies dabei auf das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Der Hilfsorganisation sei es „nicht gelungen, winterfeste Busse einzusetzen“, so der Behördensprecher.

Das DRK reagierte empört. Der Senat habe die Hilfsorganisation damit beauftragt, Impfbusse zu organisieren, aber nur für den Oktober. Der Einsatz sei nur auf Wunsch der Senatsgesundheitsverwaltung in den November hinein verlängert worden.   „Von Wintereinsatz war nie die Rede“, sagte DRK-Sprecher Karsten Hintzmann. Denn alle hätten gewusst, dass die Busse keine Standheizungen haben und es viel zu teuer gewesen wäre, derlei Heizungen einzubauen.

Seit Wochen waren vier Impfbusse im Stadtgebiet unterwegs, in denen sich Berliner spontan gegen Corona impfen lassen konnten. Organisationen wie das DRK seien für die Durchführung der Fahrten verantwortlich gewesen. Die Termine wurden über die Internet-Seite „wirhelfenberlin.de“ bekannt gegeben. An den Standorten sollten die Fahrzeuge sechs Stunden halten. Pro Bus konnten  etwa 150 Menschen täglich geimpft werden. Es kam zu langen Warteschlangen.

Wegen der vielen Pannen: Treptow-Köpenick setzt auf eigene Impfbustouren

Kritik gab es, weil die Impfbusse über keine Standheizungen verfügen. Hinzu kam, dass oft große Menschenmengen lange warten mussten, weil die Fahrzeuge verspätet oder gar nicht eintrafen. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick zog daraus Konsequenzen. Es organisiert nun eine eigene Impftour durch alle 16 Ortsteile des Bezirkes, „um der hohen Nachfrage nach Impfungen gerecht zu werden“.

„Beobachtungen zeigen, dass die Impf-Nachfrage in Treptow-Köpenick steigt und das dezentrale Angebot der Impfbusse nicht ausreicht. Hinzu kommt, dass der Impfbuseinsatz zunehmend organisatorischen Schwankungen unterliegt und keinen verlässlichen Einsatz bietet“, teilte dazu das Bezirksamt Treptow-Köpenick mit.

Auch hier wies der DRK-Sprecher alle Verantwortung zurück. Der Senat habe die Standorte kurzfristig verändert, und für Massenimpfungen seien die Busse ohnehin nicht vorgesehen gewesen. Sie waren zu Zeiten konzipiert worden, in denen man ein zu geringes Impfinteresse hatte und die Busse einsetzte, um durch räumliche Nähe einen Anreiz zu schaffen, sich piksen zu lassen.

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Ob die Senatsgesundheitsverwaltung ihre Impfbusse wieder einsetzt, ließ der Behördensprecher offen. Derzeit laufe die Planung für den weiteren Einsatz der Mobilen Impfteams, so Quiske.