Nicht nur für Wildschweine brechen harte Zeiten an. Die Seuche ist auf Hausschweine übertragbar. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild

In der Nähe des südbrandenburgischen Dörfchens Sembten, das an der Grenze zu Polen liegt, wurden die Überreste eines Wildschweins im Wald gefunden. Zwei Tests ergaben: Das verendete Tier hatte die Afrkikanische Schweinepest (ASP). Er ist der erste Fall hierzulande. Die Seuche, die in Afrika ihren Ursprung hat und sich über Osteuropa weiterverbreitete, hat Deutschland erreicht.

Experte Thomas Mettenleiter vom Friedrich-Loeffler-Institut in Greifswald sagte am Donnerstag: „Es muss nun geschaut werden, ob das ein Einzelfall ist oder ob sich die Krankheit bereits ausgebreitet hat.“  

Für den Menschen ist die Pest ungefährlich. Das Virus ist auch beim Verzehr von infiziertem Fleisch nicht übertragbar. Unter Schweinen breitet sich die Seuche jedoch rasant aus und hat für die Tiere tödliche Folgen. Somit wirkt sich der Ausbruch auf die Fleischindustrie aus. Deutschland verliert den Status „seuchenfrei“, es könnten Exportstopps für Schweinefleisch ins Nicht-EU-Ausland drohen, etwa nach Asien.  

Ist ein Hausschwein infiziert, muss der gesamte Bestand getötet werden, es werden Schutzzonen eingerichtet, aus denen kein Schwein und kein Produkt ausgeführt werden darf.  

Ein Warnschild, das auf die Schweinepest hinweist. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Das Virus wird direkt über Tierkontakte oder indirekt, zum Beispiel über Fleisch oder Wurst von infizierten Tieren, übertragen. Es bleibt außerordentlich lange ansteckungsfähig. Es kann daher auch durch Gegenstände wie Werkzeuge, Schuhwerk oder Kleidung sowie Transportfahrzeuge weiter verbreitet werden. Deshalb sollten Reisende - auch Jagdreisende - und Transporteure sich besonders vorsichtig und verantwortungsvoll verhalten und Hygienemaßregeln beachten. Selbst in gefrorener Wurst oder Schweinefleisch ist das Virus nachweisbar. In Schweinezuchtbetrieben gelten schon länger besondere Hygieneregeln.

Der Senat verschickt wichtige Hinweise: Um das Einschleppen des Erregers in Berliner Wildschwein- und Hausschweinbestände möglichst zu vermeiden, sollten Lebensmittelreste auf keinen Fall in der freien Natur gelassen, sondern über Abfallbehälter entsorgt werden.

Berliner sollten außerdem keine Wildschweine füttern und keine tierischen Erzeugnisse aus Ländern wie Belgien, Bulgarien, Rumänien, Polen oder Tschechien mitbringen, in denen die Afrikanische Schweinepest verbreitet ist. Nicht durchgegarte Fleischerzeugnisse wie Rohschinken oder Salami seien eine der Hauptinfektionsquellen.

Hundebesitzer werden aufgefordert, Spaziergänge in den betroffenen Gebieten in Brandenburg zu vermeiden und dafür zu sorgen, dass ihr Hund kein Wild hetzt. 

Landwirte sollen den Kontakt zwischen Hausschweinen und Wildschweinen vermeiden.

Wer ein totes Wildschwein entdeckt, sollte das zuständige Forstamt oder das Veterinäramt des Bezirks informieren.  Derzeit werden in Berlin regelmäßig Proben von tot gefundenen Wildschweinen entnommen und auf das Virus untersucht.