Die sechs Acts für den deutschen Vorentscheid zum ESC (v.l.): Malik Harris, Eros Atomus, Emily Roberts, Nico Suave & Team Liebe, Felicia Lu und Maël & Jonas. dpa/Carisius

Die deutschen Fans des Eurovision Song Contests haben in diesem Jahr endlich mal wieder selbst die Wahl: Sie dürfen am 4. März entscheiden, wer unser Land beim ESC im italienischen Turin vertreten darf. Dabei können sie zwischen sechs Musik-Acts, die in Berlin live auftreten werden, wählen.

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Blumig-süßer Pop, Singer-Songwriter-Musik mit Streichinstrumenten, Rockmusik oder Rap - es ist die Mischung, die die ESC-Jury für das Publikum vorausgewählt hat. Die sechs Anwärter sind Emily Roberts mit „Soap“, Nico Soave & Team Liebe mit „Hallo Welt“, Eros Atomus mit „Alive“, Felicia Lu mit „Anxiety“, Mael & Jonas mit „I Swear to God“ sowie Malik Haris mit „Rockstars“, wie der Norddeutsche Rundfunk am Donnerstag in Hamburg mitteilte.

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Immerhin: Die Musiker gehen allesamt mit eigenen Liedern ins Rennen. In den Songs stecken die eigenen Gedanken, viele der Kandidaten machen schon lange Musik. Ob das am Ende auch in Turin zum Erfolg führt und die europäischen Musikfans und Jurys überzeugt, wird sich am 14. Mai zeigen, wenn das Finale in Italien über die Bühne geht.

Das sind die sechs Kandidaten, die sich nach Turin zum ESC singen wollen

Doch wer sind nun die Musiker, die für Deutschland an den Start gehen wollen? Am bekanntesten ist noch Nico Suave. Eingefleischte HipHop-Fans haben schon von ihm gehört. Er ist immerhin seit über 20 Jahren im Geschäft, hat schon mit dem Duo Eins Zwo, mit Denyo von den Beginnern oder mit der Band Blumentopf zusammengearbeitet.

Emily Roberts („Bitter Sweet Symphony“) führt als Pluspunkte an, dass sie im Vorprogramm von James Blunt auf der Bühne stand und  den Titelsong der RTL-Sendung „Ich bin ein Star - holt mich hier raus“ im Jahre 2020 mitgeschrieben hat.

Der 21-jährige Eros Atomos mit dem schwer gewöhnungsbedürftigen Namen stand 2018 im Finale von „The Voice of Germany“ und ist für seinen Gitarrenspielstil bekannt – die spielt er nämlich auch auf dem Schoß, wie dpa jubelnd schreibt.

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Der Sänger mit dem komischen Namen: Eros Atomus dpa/Carisius

Felicia Lu hat 2017 schon einmal beim deutschen ESC-Vorentscheid (schied in der ersten Runde aus) mitgemacht. Desweiteren werden für die 26-Jährige hat „viele Fans“ auf Youtube (gerade mal 39.800 haben ihren Kanal abonniert) und Streamingplattformen angeführt.

Das Freunde-Team Mael & Jonas hatte es als erstes Duo ins Finale von „The Voice of Germany“ geschafft und mit Nico Santos eine Single online veröffentlicht. Und auch Malik Harris, Sohn des ehemaligen Moderators Ricky Harris, tourte schon als Opener mit James Blunt, Alex Clare und Tom Odell.

Und dann ist da die Musik: Nicht wirklich schlecht, die Songs passen wunderbar ins Programm von Formatradios. Aber dann kommt das große Aber: Den Liedern fehlt was Eigenes. Das ist alles Habe-ich-schon-mal-gehört-Pop. Eros Atomus macht auf James Blunt, sieht aber besser aus. Felicia Lu wäre gerne Billie Eilish und Malik Harris ist zumindest im Imitieren groß. Der Rap-Part bedient sich dreist bei „Stan“ von Eminem, der Refrain erinnert an James Morrison. Der einzige, der einen eigenen Sound hat, ist Nico Suave: Doch hier ist der Song, nun ja, langweilig.

Der 4. März wird in der ARD zum ESC-Tag – in Radio und TV

Auf dem Weg zum deutschen ESC-Kandidaten geht die ARD neue Wege. Der 4. März wird zum ESC-Tag. Tagsüber werden an dem Freitag die sechs Lieder auf allen Popwellen der ARD gleichberechtigt gespielt und anmoderiert. Am Abend läuft die Sendung „Germany 12 Points - der deutsche ESC-Vorentscheid“ ab 20.15 Uhr live aus Berlin in allen Dritten Programmen der ARD. Die Moderation hat wieder Barbara Schöneberger übernommen. Die Stimmen der Radiozuhörer und Fernsehzuschauer zählen jeweils 50 Prozent. Der Act mit den meisten Punkten fährt nach Turin.

„Wir trommeln in diesem ersten Schritt nach Kräften“, sagt ARD-Unterhaltungskoordinator Frank Beckmann bei der Online-Verkündung dazu. Und ESC-Teamchef Andreas Gerling ergänzt: Damit solle erreicht werden, dass die ausgewählten deutschen Künstler „schon als Gewinner nach Turin“ fahren. „Dass die Deutschen im Grunde den Künstler, die Künstlerin in ihr Herz schließen und dass das deutsche Publikum dann hinter der Künstlerin oder dem Künstler steht. Wenn uns das gelingt, dann haben wir viel gewonnen.“

Diesen Effekt traut NDR-2-Programmchef Torsten Engel den Radiowellen der ARD locker zu. „Wir bringen viele Hörerinnen und Hörer mit. Wir haben zwölf Millionen Hörer am Tag.“ Und alle Sender würden jeden Song mindestens einmal am Tag spielen. „Auch in der Primetime“. Die Moderatoren werden zudem die Songs kommentieren und über die Künstlerinnen und Künstler berichten. „Der ESC wird sehr, sehr fett in den Radios vorkommen. Ich würde mal sagen: So viel Radio war noch nie beim ESC.“

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Mit der neuen Variante hofft die ARD, Deutschlands Pechsträhne zu beenden. Zuletzt war dieses Jahr in Rotterdam der Hamburger Sänger Jendrik auf Rang 25 und damit auf dem vorletzten Platz gelandet. Beim ESC 2019 (vor einer Corona-Zwangspause) hatte das Duo S!sters mit „Sister“ ebenfalls nur den vorletzten Platz erwischt, genauso Levina 2017. Andere waren sogar die absoluten Schlusslichter. Aus der jüngeren deutschen ESC-Geschichte ragen als Lichtgestalten nur Lena (2010 Platz 1), Roman Lob (2012 Platz 8) und Michael Schulte (2018 Platz 4 heraus).