Was liegt 2020 in Berliner Haushalten unterm Weihnachtsbaum? Foto: Volkmar Otto

Was liegt in diesem besonderen Jahr unter Berlins Weihnachtsbäumen? Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts info GmbH im Auftrag der Berliner Sparkasse unter 1000 Einwohnern zufolge wollten 30 Prozent weniger Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben als noch im Jahr zuvor. Der Großteil davon gab an, 2020 ein geringeres Budget für Präsente zur Verfügung zu haben. Ein anderer Teil wollte sein Geld aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten zusammenhalten.

Und dennoch hatten die Befragten genaue Vorstellungen, was sie in diesem Jahr gerne auspacken würden. Eine Reise wünschten sich 37 Prozent, Literatur ebenfalls 37 Prozent, Essenseinladungen standen bei 36 Prozent hoch im Kurs. Eintrittskarten für Kulturelles (34 Prozent) sowie Geld (33 Prozent) folgten auf den Plätzen dahinter.

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Die Berliner Wünsche zielen dabei teilweise am bundesweiten Geschenketrend vorbei, weiß Petra Süptitz vom Marktforschungsinstitut Gfk. „In den vergangenen Jahren haben die Leute vielfach Erlebnisgutscheine für Reisen, Restaurants oder die Sauna geschenkt. Das ist rückläufig. In diesem Jahr dürften eher Sachgutscheine verschenkt werden.“ Dass die Menschen vielmehr Zeit zu Hause verbringen, spiele eine besondere Rolle bei der Geschenkeauswahl. „Bücher, Spielsachen und Lebensmittel sind die drei häufigsten Präsente 2020“, sagt Süptitz.

Doch welche Geschenke werden in der Hauptstadt an Heiligabend wirklich ausgepackt? Einige Berliner haben dem KURIER bereits vorab verraten, was ihre Liebsten bekommen.

Die Töchter von Gabi Möckel bekommen einen Geschenke-Klassiker: Bettwäsche. „Die beiden sind gerade dabei sich in ihren Zimmern ein wenig neu einzurichten. Weil wir dieses Jahr nicht in den Urlaub fahren konnten, machen wir es uns eben zu Hause schick.“

Gabi Möckel schenkt ihren Töchtern frische Bettwäsche. Foto: Volkmar Otto

Steven B., investiert in die digitale Zukunft seiner Großmutter. „Meine Oma bekommt dieses Jahr eine komplette Smarthome-Ausrüstung. Bereits letztes Jahr haben wir ihr eine Alexa geschenkt. Da fehlen jetzt noch die passenden Glühbirnen und ein Thermostat, das man fernsteuern kann“, sagt er. Seine Mutter bekomme eine mit Süßigkeiten gefüllte Tasse als kleine Aufmerksamkeit, denn „eigentlich hatten wir ausgemacht uns gar nichts zu schenken.“

Steven B. hat seiner Mutter eine Tasse besorgt. Foto: Volkmar Otto

Tobias und Lena, ein junges Pärchen, das die jeweiligen Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte, überraschen sich an ihrem ersten gemeinsamen Weihnachten auf unterschiedlichste Art. „Meine Freundin ist Bauleiterin und hat sich neue Gummistiefel gewünscht. Außerdem schenke ich ihr noch die Apple AirPods“, sagt er. Freuen darf sich Tobias über einen Tanzkurs. „Er sagte, wir müssen für verschiedene Veranstaltungen in Zukunft tanzen können. Ich hoffe natürlich darauf, dass wir das so schnell wie möglich einlösen können“, verrät Lena.

Diese Gummistiefel landen bei Tobias' Freundin Lena unterm Weihnachtsbaum. Foto: Volkmar Otto

Gut versorgt will auch Politikwissenschafts-Student Lukas Kuite eines seiner Familienmitglieder wissen. „Ich schenke meinem Bruder einen Pizzaschneider in Form eines Fahrrads. Das sieht witzig aus und man sollte sich an den kleinen Dingen im Leben erfreuen. Wenn er mit einem doppelten Schneidewerkzeug, also den beiden Rädern, durch die Pizza fährt, amüsiert ihn das hoffentlich, bevor er seine Pizza isst.“

Sophie hat in der Weihnachtszeit im Bikini Berlin täglich bis zu 50 Geschenke eingepackt. Foto: Volkmar Otto

Dass funktionale Geschenke in diesem Jahr besonders gefragt waren, hat Sophie, die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte, in der Shoppingzeit vor dem harten Lockdown festgestellt. Im Bikini Berlin hat sie mit einigen Kolleginnen an der dortigen Einpackstation täglich bis zu 50 Geschenke von Kunden des Einkaufszentrums eingepackt. „Die Leute schenken dieses Jahr oft besondere Schokolade und Lakritz oder nützliche Sachen wie Schals oder Handschuhe“, sagt Sophie. Sie selbst schenkt ihrem Freund eine Daunenweste. „Superpraktisch, kann man drunter ziehen und mit auf Reisen nehmen.“

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Eine völlig andere Idee hatte in diesem Jahr Tim Müller, Geschäftsführer der Deutschen Spirituosen Manufaktur in Marzahn. „Ich habe mich entschieden nichts zu verschenken und stattdessen jedem der mir wichtig ist, eine lange persönliche Karte zu schreiben und darauf zum Ausdruck zu bringen, was ich mit der Person schon alles gemeinsam erlebt habe.“