Neuköllns Ex-Bürgermeister Heinz Buschkowsky schießt gegen Franziska Giffey. imago/Müller

Was macht der denn? Neuköllns Ex-Bürgermeister Heinz Buschkowsky torpediert die Wahl von Franziska Giffey zur Regierenden Bürgermeisterin. Er hält es für gut möglich,  dass SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey nicht Regierende Bürgermeisterin von Berlin wird, sagt: „Franziska Giffey und die SPD Berlin sind zwei völlig unterschiedliche Schuhe.“

Im Interview mit dem Berliner Rundfunk 91.4 mit Morgenmoderatorin Simone Panteleit sagte Buschkowsky:

„Ich habe in all den vergangenen Jahren immer wieder darauf hingewiesen, dass Franziska Giffey und die SPD Berlin zwei völlig unterschiedliche Schuhe sind und dass Franziska Giffey der Stimmenfänger ist, der Eyecatcher, und dass es durchaus auch so eine Art Trojanisches Pferd sein kann.“

Und weiter: „Die Wahllokale waren in Berlin, zumindest in Berlin, noch lange nicht geschlossen, so kurz nach 19 Uhr. Da tönte es schon aus dem Fernseher. Für Berlin Rot-Rot-Grün, Rot-Rot-Grün, wir machen bald auch Rot-Rot-Grün. Und das lies völlig außer Acht, dass die Spitzenkandidatin Franziska Giffey im Wahlkampf immer wieder hat sehr deutlich durchblicken lassen, dass sie eigentlich mit Rot-Rot-Grün ein bisschen fremdelt und dass sie eher zur FDP, vielleicht sogar zur CDU neigt. Was mich nicht gewundert hat, ehrlich gesagt.“

Man sagt ihr ja eine gewisse Karrieregeilheit nach

Franziska Giffey sei auch verhaftet in bürgerlichem Denken. „Sie ist DDR-sozialisiert. Sie hat unter der SED gelitten. Und dass die heute Bock hat, mit SED 2.0 zusammen zu regieren, das glaubt doch im Ernst keiner. Das heißt, wenn man Franziska Giffey die Pistole auf die Brust setzt von der Partei, wir machen Rot-Rot-Grün so wie es war. Ob dir das passt oder nicht, dann bleiben ihr eigentlich nur zwei Wege. Entweder sie knickt ein, man sagt ihr ja eine gewisse Karrieregeilheit nach, oder sie macht auf Märtyrer und sagt, mit mir nicht. Ich habe es im Wahlkampf immer wieder den Wählern gesagt, wo mein Herz schlägt. Dann verzichte ich.“

Sie werde deswegen nicht arbeitslos werden. Buschkowsky: „Ich sage, es wird nicht sehr lange dauern, dann wird sie in einem anderen Länderkabinett der Bundesrepublik Deutschland wieder auftauchen. Aber sie wird dann nicht Regierende Bürgermeisterin sein. Ich bin gespannt, wie sie sich entscheidet.“

Auf die Frage, wer es denn dann werden könnte antwortete Buschkowsky:

„Na, das könnte doch für Raed Saleh, der schon noch nie ein Geheimnis daraus gemacht hat, dass er gerne Regierender Bürgermeister werden möchte, eine Morgengabe sein, die ihm das Brötchen so richtig versüßt. Ich glaube, er denkt darüber schon nach, wie er sich mit welcher Bewegung die Amtskette umhängt.“