Am 11.11. beginnt die närrische Zeit, bis am Aschermittwoch alles wieder vorbei ist. 
Am 11.11. beginnt die närrische Zeit, bis am Aschermittwoch alles wieder vorbei ist.  Rene Priebe/dpa

Na, haben Sie heute auch schon die Pfannkuchen beim Bäcker gesehen und sich daran erinnert, dass heute, am 11. 11. 2022, die Karnevalszeit beginnt? Für einen Tag herrscht mancherorts der Ausnahmezustand. Zehntausende Jecke werden am heutigen Freitag ab 11.11 Uhr wieder durch die Kölner Straßen ziehen, um Karneval zu feiern. Faschingsklubs und Karnevalsvereine stürmen die Rathäuser. In Berlin feiert die Ständige Vertretung ab 16 Uhr in der Kulturbrauerei.

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Am elften Elften um elf Uhr elf beginnt die neue Karnevalssession - die Karnevalisten sagen Session, nicht Saison. Warum genau dann? Weiß man nicht. Es gibt nur Vermutungen: Es ist eine Schnapszahl, eine Narrenzahl, wie man im Mittelalter gesagt hätte. Einer mehr als die zehn Finger und einer weniger als die zwölf Apostel. Nichts Halbes und nichts Ganzes.

2019: Reinhard Naumann (SPD,2.v.l.), Bezirksbürgermeister von Berlin-Charlottenburg, nimmt vor dem Rathaus am Rathaussturm des Festkomitees Berliner Karneval mit dem Prinzenpaar der Stadt Berlin, Prinz Klaus I (r). und Prinzessin Jessica I. teil. 
2019: Reinhard Naumann (SPD,2.v.l.), Bezirksbürgermeister von Berlin-Charlottenburg, nimmt vor dem Rathaus am Rathaussturm des Festkomitees Berliner Karneval mit dem Prinzenpaar der Stadt Berlin, Prinz Klaus I (r). und Prinzessin Jessica I. teil.  Wolfgang Kumm/dpa

Das Faschingstreiben sollte die christliche Gesellschaftsordnung in Frage stellen. Zudem ist sie die kleinste Schnapszahl und die Zahl der „letzten Stunde“ auf der Uhr, die Stunde vor dem Tod.

Außerdem zählten viele Stadt- und Kommunalgremien im 19. Jahrhundert zehn oder zwölf Mitglieder. Der „Elferrat“ ironisiert also die politische Dimension der Ordnung in Deutschland, mit dem Datum hat das allerdings wenig zu tun.

Martinstag und Karnevalsbeginn 

Außerdem markierte der 11. November, der Martinstag, früher das Ende der Erntezeit. Man feierte dies mit einem Braten, der Martinsgans. Dabei trank man dann auch gern ein Glas zu viel. Nach getaner Arbeit ließ man es sich gut gehen - zumal anschließend eine Fastenzeit bis Weihnachten begann.

Bei den Bauern gilt der 11. November seit jeher als das Ende des landwirtschaftlichen Wirtschaftsjahres. Für Mägde und Knechte begannen zu dieser Zeit die Ferien, also nicht nur ein Grund zu feiern.

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Heute hat in den Karnevalshochburgen sehr vieles mit der Zahl elf zu tun. Sitzungen beginnen nicht zur vollen Stunde, sondern elf Minuten später, und geleitet werden sie vom Elferrat.

Für Karnevalsunerfahrene ist es überraschend, dass am 11.11. für einen Tag die Hölle losbricht, und dann tun die Narren erstmal wieder so, als wäre nix gewesen. Erst im neuen Jahr beginnt die Session mit dem Sitzungskarneval so richtig.