Kosmos-Chef Olaf Ponesky: Statt Messen und Tagungen finden nun im Haus Wartungsarbeiten statt. Foto: Gudath

Einkaufscenter, Lokale und Museen haben trotz Corona wieder auf. Hotels sollen folgen, sogar der Neustart der Theater ist im Gespräch. Nur für die Messe- und Eventveranstalter gibt es vom Senat noch immer keinen Zeitplan. „Wann dürfen wir endlich öffnen?“, fragen daher nun ungeduldig die Unternehmer wie Kosmos-Chef Olaf Ponesky (58).

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Mit Geschäftspartner Mirko Kahle (59) hat Ponesky das einstige DDR-Kino an der Karl-Marx-Alle zu einem der wichtigsten Veranstaltungszentren Berlins aufgebaut. Seit 2005 tagen dort Firmen und Ministerien. Die Weltgesundheitsorganisation hielt Konferenzen ab, Bildungs- und Wirtschaftsmessen fanden in dem Haus statt. „Bis März 2021 waren wir ausgebucht“, sagt Ponesky. „Dann kam die Corona-Krise und wir sind seitdem zum Nichtstun verdammt.“

Messen können auch in Corona-Zeiten stattfinden 

Der Einnahmeverlust liegt im einstelligen Millionenbereich. Die 28 Mitarbeiter, alle in Kurzarbeit, verbringen ihre Zeit im Kosmos mit Putzen und der Kontrolle der technischen Anlagen. So könne es nicht weitergehen, so Ponesky. „Wir alle wollen wieder richtig arbeiten“, sagt er. „Nicht nur wir. Von den Veranstaltungen leben auch Messebauer, Bühnentechniker, Essens- und Getränkelieferanten. Bis zu 100 Leute sind an einer Veranstaltung beteiligt.“

Die Branche sei dankbar für die staatlichen Hilfen in der Krisenzeit. „Schon aus der Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern heraus brauchen wir jetzt eine klare Ansage von der Politik, wie es nun mit Messen und Tagungen in der Corona-Krise in Berlin weitergeht“, sagt Ponesky. Doch die Signale fehlten bisher. „Es muss ein Runder Tisch her, an dem alle Beteiligten Lösungen finden.“

Selbst in Corona-Zeiten könnten Messen oder Tagungen stattfinden. Das Einhalten von Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen sei kein Problem. „Es ist alles eine Frage der Organisation“, sagt Ponesky. „Im Kosmos können sich bei Messen Standbetreiber und Besucher auf sieben Säle verteilen.“ Tagungen lockten dazu wieder Geschäftsreisende nach Berlin. „Die Hotels wären bestimmt sehr dankbar darüber.“