Das Luftbild zeigt ein Areal des Waldbrandgebiets bei Treuenbrietzen. Landkreis Potsdam-Mittelmark/ dpa

750 Helfer von Feuerwehr, Bundeswehr, THW und anderen Organisationen sind im Einsatz, um sich dem verheerenden Brand bei Treuenbrietzen entgegenzustellen. Ein Helfer, auf den alle sehnlichst warten, lässt sich noch Zeit. Der Regen.

Mittlerweile sind drei Dörfer in der Umgebung dabei evakuiert zu werden, oder Menschen haben ihre Häuser bereits verlassen. In Frohnsodrf, Klausdorf und Tiefenbrunnen steigt die Gefahr. BIs zum Abend bleibt es in der Region heiß, Winde mit heftigen Böen können das Feuer, das sich auf 200 Hektar ausgebreitet hat, weiter anfachen.

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Erst am frühen Montagmorgen soll sich der Wind mit Böen über 50 km/h legen und der Regen soll an Intensität zunehmen.

Ab fünf Uhr in der Frühe sind Schauer mit etwa 3 bis 4 Milliliter Niederschlag pro Quadratmeter angekündigt. Den Helfern steht eine weitere Nacht mit viel harter Arbeit bevor.

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Schon am Dienstag bleibt es in der Region schon wieder trocken. Auch die Temperaturen klettern wieder in Richtung der 30 Grad Marke.

Spanien, San Martin De Unx: Ein Löschflugzeug wirft ein Feuerschutzmittel auf ein brennendes Gebiet ab. Die spanische Feuerwehr kämpft in mehreren Teilen des Landes, die von einer für diese Jahreszeit ungewöhnlichen Hitzewelle betroffen sind, um die Eindämmung von Waldbränden. Miguel Oses/AP/dpa

Nicht nur in Brandenburg kämpfen Retter gegen die Flammen: Weite Teile Europas haben am Wochenende unter einer außergewöhnlich frühen Hitzewelle geächzt. In Frankreich fielen mehrere Temperaturrekorde, der Spitzenwert lag bei 42,9 Grad in Biarritz. In Spanien zerstörten Waldbrände bereits tausende Hektar Wald, auch in Frankreich gab es Waldbrände.

Hitzerekord in Biarritz mit 42,9 Grad

In Frankreich sprach der Wetterdienst Météo France von der frühesten Hitzewelle seit 1947. In elf Gebieten wurden demnach neue Temperatur-Rekorde für den Monat Juni aufgestellt. Im südwestfranzösischen Biarritz wurde mit 42,9 Grad der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Landesweit wurden zahlreiche Festivals, Sport- und Kulturveranstaltungen abgesagt. In Bordeaux erließen die Museen Besuchern bei Temperaturen von 40 Grad den Eintrittspreis.

Armee in Südfrankreich löst Waldbrand aus

In der südfranzösischen Region Var lösten Artillerieübungen der Armee einen Waldbrand aus, rund 600 Hektar Land gingen in Flammen auf. Auch hier behinderte Munitionsbelastung die Löscharbeiten. Menschen waren laut Feuerwehr nicht betroffen, lediglich 2500 Schafe mussten in Sicherheit gebracht werden. Für Sonntagabend wurden für die französische Atlantikküste Gewitter erwartet.

In Spanien verwüsteten Waldbrände fast 20.000 Hektar Land im Gebirgszug Sierra de la Culebra im Nordwesten des Landes, 14 Ortschaften wurden vorsorglich evakuiert, hunderte Menschen mussten ihre Häuser verlassen. In mehreren anderen Regionen kämpften Einsatzkräfte gegen weitere Brände.

Schlimmste Dürre seit 70 Jahren in Italien

In Norditalien leidet die Po-Ebene unter der schlimmsten Dürre seit 70 Jahren, mehrere Gemeinden rationierten die Wasserverteilung. Nach Angaben des Landwirtschaftsverbandes Coldiretti geben die Milchkühe des Landes wegen der Hitze derzeit zehn Prozent weniger Milch als normal.

Die Zunahme der Hitzewellen und Dürren ist laut Wissenschaftlern eine direkte Folge der globalen Erwärmung. Dabei nehmen sowohl Intensität als auch Dauer und Häufigkeit dieser Phänomene zu. Der Klimawandel führe zu früheren Hitzewellen, erklärte Clare Nullis von der Welt-Meteorologieorganisation (WMO) in Genf. „Was wir heute sehen, ist leider ein Vorgeschmack auf die Zukunft“, wenn der Treibhausgasausstoß nicht zurückgehe, warnte die Expertin. Laut WMO hat sich die Zahl der Unwetterkatastrophen zwischen 1970 und 2019 verfünffacht.