Löschwasser wird in die Baumwipfel eines Waldes in der Lieberoser Heide gespritzt.
Löschwasser wird in die Baumwipfel eines Waldes in der Lieberoser Heide gespritzt. ZB

Und wieder lodern Flammen in einem brandenburgischen Wald auf. In der Lieberoser Heide (Niederlausitz) ist ein Waldbrand ausgebrochen. Die Feuerwehr versucht mit einem Großaufgebot, den Brand einzudämmen. Für die Retter sind die Löscharbeiten eine echt brenzlige Angelegenheit. Im Waldboden liegt jede Menge Russen-Munition. Es droht Explosionsgefahr!

Das Feuer in der Lieberoser Heide lodert nach Angaben des brandenburgischen Waldbrandschutzbeauftragten Raimund Engel vom Montag auf einer Fläche von etwa zehn Hektar. Nach Angaben des Landkreises ist eine Fläche von sechs Hektar von dem Brand betroffen.

Die Arbeiten werden erschwert, weil das Gebiet kampfmittelbelastet ist. Ein Löschhubschrauber sei zur Unterstützung angefordert worden. Ein Polizeihubschrauber fliegt mit einer Wärmebildkamera zur Lageerkundung über das Gebiet.

Am Montagnachmittag wurde gemeldet, das der Waldbrand sich nach Einschätzung des Landkreises ausbreite. Das Feuer wurde als „Großschadenslage“ eingestuft, wie der Landkreis Dahme-Spreewald mitteilte. „Aufgrund der ungünstigen Windverhältnisse breitet sich das Feuer aus. Wir arbeiten mit allen Kräften an der Bekämpfung des Feuers“, sagte Einsatzleiter Christian Liebe laut Mitteilung.

Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Lieberoser Heide loderte ein Feuer Ende Juni 2019 auf 100 Hektar. Die Gefahr von Bränden dort bleibt bei der großen Trockenheit und den derzeitigen Temperaturen hoch.

Brandenburg hat den größten Anteil an munitionsbelasteten Gebieten in Deutschland. Es gibt Konversionsflächen - Gebiete, die vom Abzug der russischen Truppen belastet sind - sowie einst militärisch genutzte Flächen. Auf 350 000 Hektar werden immer noch Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet.

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Der Truppenübungsplatz Lieberoser Heide (250 Quadratkilometer) gehörte zu den größten der Sowjets in der DDR. Hier wurden bei Manövern militärische Auseinandersetzungen mit der Nato geübt.