Biester breiten sich aus

Vorsicht, Tigermücke: Experte warnt vor drohender Gefahr für Berlin!

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales will nun im größeren Stil gegen die Insekten vorgehen – sonst könnten sie zur Gefahr werden.

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Experten rechnen für die kommenden Jahrzehnte mit deutlich mehr Infektionskrankheiten durch den Klimawandel – ausgelöst werden könnten die auch durch die Asiatische Tigermücke.
Experten rechnen für die kommenden Jahrzehnte mit deutlich mehr Infektionskrankheiten durch den Klimawandel – ausgelöst werden könnten die auch durch die Asiatische Tigermücke.Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa

Seit Jahren wird im Sommer vor ihnen gewarnt – nun will offenbar auch Berlin im großen Stil gegen die Stech-Biester vorgehen: Die Asiatische Tigermücke breitet sich auch in unserer Region immer weiter aus. Bereits in den vergangenen Sommern wurden die Kleingärtner in Berlin und Brandenburg auf die Ausbreitung des Insekts hingewiesen und gebeten, Maßnahmen zu ergreifen, damit die Mücken-Population im Zaum gehalten wird. Doch das reicht offenbar nicht.

Experte warnt: Tigermücke kann „drohende Gefahr“ für Berlin werden

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) spricht sich jetzt für ein entschiedenes Vorgehen gegen die Tigermücke in Berlin aus. „Wir haben schon im Februar sowohl die Senatsgesundheitsverwaltung als auch die Bezirke umfassend über die drohende Gefahr informiert“, sagte Daniel Sagebiel vom Lageso dem Tagesspiegel (Mittwoch).

Die Asiatische Tigermücke ist schwarz-weiß gestreift, kleiner als einheimische Mücken, extrem stechfreudig und flugfaul (100 bis 200 Meter).
Die Asiatische Tigermücke ist schwarz-weiß gestreift, kleiner als einheimische Mücken, extrem stechfreudig und flugfaul (100 bis 200 Meter).blickwinkel/imago

Man habe vorgeschlagen, mit Methoden gegen die Mücken vorzugehen, die bereits in anderen Regionen in Deutschland erfolgreich angewendet werden – etwa in Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz. Hier werden in den betroffenen Gebieten potenzielle Brutstätten gesucht, erkannt und beseitigt – und es kommt ein Larvizid zum Einsatz, also ein Mittel, das die Larven der Mücke tötet, bevor sie schlüpfen können. So wird die Mücken-Population eingedämmt.

„Leider halten es viele Bezirksämter nicht für erforderlich, Larvizide einzusetzen oder auch nur zur Verfügung zu stellen“, sagte Sagebiel vom Lageso weiter. „Einige Gesundheitsämter sehen zwar das Problem, wollen es den betroffenen Gartenbesitzern aber selbst überlassen, ob und wie sie gegen die Tigermücke vorgehen – dabei raten wir dringend zu einem Einsatz unter Expertenbegleitung.“ Bisher wurden Gartenbesitzer beispielsweise dazu aufgefordert, Wasserbehältnisse regelmäßig zu prüfen und dafür zu sorgen, dass sich hier keine Mücken-Brutstätten entwickeln können.

Eine einzelne Mücke ist nicht schlimm, aber Mücken können auch zur Plage werden.
Eine einzelne Mücke ist nicht schlimm, aber Mücken können auch zur Plage werden.Arnulf Hettrich/imago

Der Experte vom Lageso warnt nun, dass die Mücken schneller als gedacht zu einer echten Gefahr werden könnten. Es gebe nur ein kurzes Zeitfenster, in dem man dafür sorgen könne, dass die aktuelle Population der Tigermücke eingedämmt wird. „Schon in den nächsten Jahren könnten sie sich so verbreitet haben, dass gefährliche Infektionen mit tropischen Krankheiten drohen, die bislang nur von Reisenden nach Berlin getragen werden“, sagt Sagebiel. Die Mückenart überträgt Viren, die Tropenkrankheiten wie Dengue, West-Nil-, Chikungunya- und Zika-Fieber auslösen können.

Virologe warnte bereits vor der Ausbreitung tropischer Mücken

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin wies schon im vergangenen Jahr darauf hin, dass man sich um die Ausbreitung tropischer Mückenarten kümmern müsse. Die Stechmückenbekämpfung müsse dringend flächendeckend professionalisiert werden. „Es muss eine gezielte und nachhaltige Bekämpfung geben, ohne andere Insekten dabei zu schädigen“, sagte der Mediziner.