Dieser Smart wird in Berlin-Mitte abgeschleppt, weil er während Filmdreharbeiten im Halteverbot stand.
Dieser Smart wird in Berlin-Mitte abgeschleppt, weil er während Filmdreharbeiten im Halteverbot stand. Imago/Held

Weil sie BVG-Busse behindern, Ausfahrten versperren, in zweiter Reihe parken und den Verkehr behindern: In Berlin werden immer mehr Autos abgeschleppt. Aber die Zahlen unterscheiden sich stark von Bezirk zu Bezirk. Während in Charlottenburg-Wilmersdorf und in Mitte pro Tag rund 35 Autos umgesetzt werden, sind es in Marzahn-Hellersdorf weniger als ein Auto pro Tag.

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Die Zahl der Umsetzungen ist in Berlin gestiegen. „Gründe hierfür sind die bestehende polizeiliche Schwerpunktsetzung sowie die verstärkte Überwachungstätigkeit der bezirklichen Ordnungsämter“, heißt es in einer Antwort der Innenverwaltung auf eine Kleine Anfrage der Linke-Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg und Niklas Schrader.

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Bis Oktober 2022: 60.719 Bußgelder für knapp 2,6 Millionen Euro

Das Abschleppen von falsch geparkten Fahrzeugen wird auch als „Umsetzung“ bezeichnet. Fahrzeuge werden abgeschleppt, wenn konkrete Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung entstehen und dadurch Verkehrsgefährdungen oder -behinderungen zu befürchten sind. Eine Umsetzung von Fahrzeugen kann von der Polizei, den Ordnungsämtern und der BVG in eigener Zuständigkeit angeordnet werden. In der Regel wird die Umsetzung durch private Abschleppfirmen durchgeführt.

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Das Umsetzen scheint aber für die Bezirke ein Minusgeschäft zu sein. Die bisherigen Gesamtkosten für das Jahr 2022 (bis zum 31. Oktober) belaufen sich auf 6,780 Millionen Euro, im Haushalt eingeplant waren 3,624 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen 60.719 Ordnungswidrigkeitsverfahren mit einem Gesamt-Bußgeld von 2.596.974,09 Euro.

In Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf wird besonders oft abgeschleppt

Am gefährlichsten (und damit teuersten) sind für Falschparker die Bezirke Mitte (10.762 Umsetzungen) und Charlottenburg-Wilmersdorf (10.290 Umsetzungen). Dahinter liegen Tempelhof-Schöneberg (8146 Umsetzungen), Friedrichshain-Kreuzberg (7889 Umsetzungen) und Neukölln (7514 Umsetzungen).

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Die wenigsten Autos werden in Lichtenberg (2022), Spandau (1284) und in Marzahn-Hellersdorf (301) umgesetzt. Aus der Kleinen Anfrage geht allerdings nicht hervor, ob das daran liegt, dass hier die Ämter besonders nachsichtig sind, die Autofahrer gesetzestreuer – oder ob es hier einfach ausreichend Parkplätze gibt.

So kommen Sie wieder an Ihr Auto

Wie teuer ist das Abschleppen? Maximal 225 Euro für die Umsetzung von Fahrzeugen bis 3,5 Tonnen (zum Beispiel Pkw), bis maximal 565 Euro für Umsetzung von Fahrzeugen über 3,5 Tonnen.

Wo erfährt man, wo das abgeschleppte Auto steht? Auskünfte zu umgesetzten oder sichergestellten Fahrzeugen und über den neuen Standort des Fahrzeuges erhalten Sie telefonisch bei der Auskunfts- und Fahndungsstelle, Tel. 030 4664709800.