Im Ofen lässt ein Gänsebraten ordentlich viel Fett ab. Das gehört aber weder ins Klo noch in den Ausguss.
Im Ofen lässt ein Gänsebraten ordentlich viel Fett ab. Das gehört aber weder ins Klo noch in den Ausguss. dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Die Berliner Wasserbetriebe geben jetzt Gesundheits- und Küchen-Tipps, wie man nach dem weihnachtlichen Braten das übriggebliebene Gänsefett nutzen sollte. Allerdings hat BWB-Sprecher Stephan Natz einen Hintergedanken: Das Fett soll nicht ins Klo gekippt werden, weil es der Abwasserbeseitigung schadet. 

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„Was sich bei Menschen auf die Hüften setzt und nach der Völlerei träge und faul macht, setzt sich im Abwasser an Kanalwände und wird dort faulig. Das stinkt uns im Kanalbetrieb und stört auch im Klärwerk“, sagt Natz und liefert die Erklärung mit: Eine fettliebende Fadenbakterie vermehrt sich massenhaft, wenn ordentlich Futter kommt, und die Schwemme von Microthrix parvicella lässt die Klärwerke überschäumen.

Teilweise tritt der Schwimmschlamm aus den Mikroorganismen und organischen Rückständen über die Ränder der Klärbecken. 

Wasserbetriebe wollen weniger Chemie einsetzen

Mit Umbauten sowie der Verwendung von Flockungs- und Antischaummitteln, die eigentlich nichts im Wasser verloren haben, wurde versucht, das Problem zu lösen. Einfacher und kostengünstiger wäre es, wenn die Berliner das Gänsefett nicht wegkippen, sondern nutzen.

Es lasse sich gleich in der Küche einsetzen, verkündet der Sprecher, „etwa zum Abschmecken von Grün- oder Rotkohl oder als Schmalz. Im Kühl- oder Gefrierschrank kann man es portionsweise aufheben und es sich später schmecken lassen – das Internet ist voller Rezepte. Selbst gegen Husten, Sodbrennen und wunde Haut soll es helfen.“

Wer die Zweitverwendung scheut, soll die Entsorgung richtig anpacken: „Eine Schüssel mit alter Zeitung auslegen,  das  nicht zu heiße Fett hineingießen. Wenn es erhärtet ist, kann es in die Biotonne wandern.“

Gänsefett hilft der Berliner Fernwärme

Fettige Töpfe und Pfannen könne man mit Zeitung oder Küchenpapier auswischen und diese dann in den Hausmüll geben. Der wird zur Freude der Fernwärmekunden im Müllheizkraftwerk der Stadtreinigung in Ruhleben verbrannt, und bekanntlich liefert Fett viele Kalorien.