Vonovia hat nennt mehr als 350.000 Wohneinheiten ihr Eigen.  dpa/Bernd Thissen

Diese Übernahme wurde im Mai mit viel Tamtam angekündigt, doch jetzt doch jetzt droht sie zu platzen! Es scheint, als könne der größte deutsche Wohnungskonzern Vonovia es erneut nicht schaffen, den Wettbewerber Deutsche Wohnungen zu übernehmen. Damit dürften auch die Angebote der Vonovia an den Berliner Senat bezüglich einer Deckelung der Mieten auf Eis liegen.

Vonovia und Deutsche Wohnen: Es wird wohl nichts mit der Übernahme

Laut Vonovia werde die Mindestannahmeschwelle beim Übernahmeangebot von 50 Prozent „voraussichtlich nicht erreicht“. Bis zum Freitagnachmittag betrug sie nur 47,62 Prozent. „Bis zum Ende der Nachbuchungsfrist heute um 18.00 Uhr wird es voraussichtlich nicht zu wesentlichen Nachbuchungen kommen“, führte der Konzern aus. Damit sei eine wesentliche Vollzugsbedingung des Angebots voraussichtlich nicht erfüllt worden.

Ein großer Teil der Aktionäre der Deutsche Wohnen seien aktuell Hedgefonds und darüber hinaus Indexfonds, „die erst handeln dürfen, wenn die Mindestannahmequote erreicht ist und alle Vollzugsbedingungen erfüllt sind“, erläuterte Vonovia. Das endgültige Ergebnis will der Konzern voraussichtlich am Montag veröffentlichen.

Deutsche Wohnen-Aktionäre haben ihre Anteile nicht ausreichend eingeliefert

Vonovia-Chef Rolf Buch äußerte sich enttäuscht. „Wir haben für unseren Vorschlag, die Deutsche Wohnen mit Vonovia zusammenzulegen, breite Unterstützung erfahren. Ein Zusammenschluss beider Unternehmen macht sowohl wirtschaftlich wie gesellschaftspolitisch viel Sinn, um die großen Herausforderungen am Wohnungsmarkt kraftvoller angehen zu können“, erklärte er. Leider hätten die jetzigen Aktionäre der Deutsche Wohnen ihre Anteile nicht in ausreichender Zahl eingeliefert.

Das Portfolio von Vonovia umfasste nach Angaben des Kartellamtes Ende März in Deutschland insgesamt rund 354.000 eigene Wohneinheiten. Die Deutsche Wohnen besitzt rund 155.000 Mietwohnungen, etwa 70 Prozent davon in Berlin. 

Vonovia und Deutsche Wohnen: Was bedeutet das für Berliner Mieter?

Im Zuge des öffentlichen Übernahmeangebots hatten die beiden Konzerne dem Land Berlin angeboten, Mieterhöhungen bis 2026 zu begrenzen, neue Wohnungen zu bauen sowie Wohnungen aus ihrem Bestand an das Land zu verkaufenSid.

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Vonovia werde die Gespräche darüber auch ohne den Zusammenschluss mit der Deutsche Wohnen fortführen - „soweit das für uns allein möglich ist“, erklärte Buch. Die Mieterinnen und Mieter könnten sich auf die angekündigte Begrenzung der Mietpreissteigerung bis 2026 „verlassen“, versicherte der Konzernchef