Siberian Huskys auf dem Huskyhof in Frankendorf. Foto:  Freizeit mit Huskies

Dieses Jahr ist alles anders. Für viele Familien gilt das auch für die Urlaubsplanung in den großen Ferien. Balkon statt Balaton, Uckermark statt USA und Oder-Spree statt Spanien. Wir haben fünf Tagestouren für kleine und große Entdecker zusammengestellt. Es geht einmal rund um Berlin, wo die besten Ferienabenteuer gleich um die Ecke beginnen.

Lappland-Gefühl eine Stunde von Berlin entfernt 

Im Norden Berlins wartet gleich ein ganzes Rudel Huskies auf Feriengäste. Lappland-Feeling nur eine gute Stunde von Berlin entfernt. Dort haben Elmar Fust und Sabine Kühn auf ihrer Huskyfarm in Frankendorf bei Neuruppin in diesem speziellen Sommer ein besonderes Tagesprogramm für junge Gäste von 10 bis 17 Jahren zusammengeschnürt: Der Ferientag auf der Huskyfarm beginnt mit einer Wanderung durch den angenehm schattigen Wald. Immer zwei Teilnehmer bilden mit einem der bildschönen Hunde ein Team. Später, zurück auf dem Hof, dürfen die Feriengäste sich mit ihren vierbeinigen Freunden auf dem Agility-Parcours ausprobieren. Bei der anschließenden Fütterung von 25 Huskies wird es erst laut und dann ganz friedlich. Ein  beeindruckendes Erlebnis. Wenn alle satt sind, kommt der kuschelige Teil des Tages. „Das Hundegehege ist eigentlich den Hunden vorbehalten“, sagt Elmar Fust. „Aber wie zu Hause auch, lädt man sich von Zeit zu Zeit Gäste ein.“ In der guten Stube des Rudels sei von den Besuchern ein besonders ruhiger und zurückhaltender Umgang gefragt. Wer geduldig ist, wird mit neugierig stupsenden Schnauzen belohnt und darf ausgiebig kuscheln.

Von Dienstag bis Freitag jeweils acht Stunden Programm kosten 128 Euro, Verpflegung inklusive.

www.freizeit-mit-huskies.de

In der Nähe loht sich ebenfalls ein Besuch in der Kyritz-Ruppiner Heide. Im Nachbardorf Rägelin mit seinem Ortsteil Pfalzheim befindet sich ein Zugang zum ehemaligen Bombodrom, das heute von der Sielmannstiftung betreut wird. Nach etwa anderthalb Kilometer Wanderung durch feinen Heidesand erreicht man einen Aussichtsturm auf dem Sielmannhügel. Die Ruhe hier ist einfach himmlisch und der Sand zwischen den Zehen ist fein wie in der Karibik.

Einkehren: Landhotel und Restaurant in den Märkischen Höfen in Netzeband. Mit Kinderspielplatz und großem  Garten. www.maerkischehoefe.com Oder in der nahe gelegenen Boltenmühle, ebenfalls mit sehr großem, idyllischen Außenbereich. www.boltenmuehle.de

Ein Hauch von Afrika in der Schorfheide


Afrikanische Strauße (Strutio camelus) auf dem Straußenhof Berkenlatten.
Foto:  imago/Maria Gänßler

Im Nordosten der Stadt kann man in der Schorfheide einen Hauch von Afrika erleben. Auf dem Straußenhof Berkenlatten sind über 100 der großen Schreitvögel zu Hause. Hahn Hugo sorgt regelmäßig für flauschigen Nachwuchs. Im Hofimbiss unbedingt ein Rührei aus Straußenei probieren! So gestärkt bleibt auf dem Erlebnisbarfußparcours auf dem Hof ganz sicher kein Fuß sauber. Geöffnet ist der Straßenhof täglich von 10 bis 18 Uhr. www.straussenhof-berkenlatten.de

In der Nähe: Wer dann noch nicht genug hat, kann nur eine gute halbe Stunde von Afrika in der Uckermark noch einen echten Urwald bestaunen. In Altkünkendorf beginnt das Abenteuer Grumsiner Forst. Der Grumsin liegt im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und ist ein seit nunmehr über 20 Jahren nicht mehr genutzter Buchenwald. Viele Senken, oft mit Wasser gefüllt und Granitfindlinge sind lebendige Spuren der Eiszeit. Von Altkünkendorf sind drei Wanderungen beschildert. Kartenmaterial gibt es vor Ort im Infopunkt. An den Wochenenden finden regelmäßig Führungen statt. www.weltnaturerbe-grumsin.de

Einkehren: Kunst und Kuchen gibt es in der Galerie & Atelier Louisenhof №2 in Altkünkendorf. Geöffnet ist vom 21. April bis 31. Oktober, je samstags und sonntags von 12 bis 16 Uhr und nach Absprache. Im August ist die Galerie geschlossen. 

Eine versunkene Stadt im Süden Berlins

Beelitz in Brandenburg; auf dem Gelände der ehemaligen Beelitzer Heilstätten existiert ein Baumkronenpfad.
Foto: imago/Jürgen Ritter

Ganz im Südosten der Stadt befindet sich eine Stadt voller Geheimnisse. Der riesige Krankenhauskomplex der Beelitzer Heilstätten entfaltet seinen ganz eignen Reiz. Größere Kinder, Junggebliebene und Geschichts-Fans gehen hier auf Entdeckertour durch die verlassenen Ruinen, die Grafitti zieren.

Vom spektakulären Baumkronenpfad aus schweift der Blick bis nach Berlin. Seit 2015 wird die Weltkriegsruine „Alpenhaus“ von der Stahlkonstruktion in luftiger Höhe überbrückt. Auf der Ruine wächst seit 1945 ein einmaliger Dachwald. Auf www.baumundzeit.de gibt es umfassende Informationen zu den Gebäuden und spannende Führungen.

Samstag und Sonntag ist das Gelände von 10 bis 19 Uhr offen, Montag bis Freitag von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet 11 Euro für Erwachsene, 8 Euro für Kinder, Besucher unter 6 Jahren frei. Direkt neben dem Baumkronenpfad befindet sich ein Barfußweg.  Anfahrt: Straße nach Fichtenwalde 13, 14547 Beelitz-Heilstätten

In der Nähe: Nur 15 Auto Minuten entfernt befindet sich der Syringhof. Der größte Anbauer von Kürbiskernen in der Region. Hier kann man im Hofladen Öl, Pesto und andere Leckereien kaufen. Im Hof-Restaurant werden saisonale Gerichte serviert.

Einkehren: Im Hofrestaurant des Syringhofs. Reservierung unter: 033204-638018, 27. Juni bis 3. November, Do – So 11 bis 17 Uhr www.syringhof.de

Voll auf die Birne – Ausflug mit Fontane

Das Kunstwerk „Birne von Ribbeck“ von Juliane E. Gansen steht vor der evangelischen Kirche in der brandenburgischen Gemeinde Ribbeck.  Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild

Auch kleinere Kinder werden diesen Ausflug in die literarische Vergangenheit Brandenburgs lieben. In Ribbeck im Havelland wird Fontanes Gedicht vom netten Herrn von Ribbeck auf Ribbeck lebendig. In der Kirche des Dörfchens lässt sich der alte Birnbaumstumpf besichtigen, im Café Alte Schule am Anger vis a vis findet sich ein original eingerichtetes Klassenzimmer mitsamt Fibeln, Schiefertafeln, Schulmappen, Rechengeräten und Atlanten. Näher muss man ja in den Ferien einer Bildungseinrichtung nicht kommen. Im Museum des Schlosses lädt eine riesengroße Birne zum Betreten ein.

In der Nähe: Auf dem Marienhof, welcher nur zwei Kilometer entfernt liegt, warten jede Menge Streicheltiere, im späteren Sommer ein Maislabyrinth und viel Platz zum Spielen und Toben. Auch Kleinigkeiten zum Essen sind im Angebot. Täglich 11-18 Uhr geöffnet, Eintritt 1,50€ pro Person. Maximal sind 30 Besucher auf dem Gelände erlaubt. www.marienhof-ribbeck.de

Einkehren: Alte Schule am Anger in Ribbeck. Täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr Frühstück, kleine Mittagsgerichte und selbstgebackener Kuchen. Ganz nach Fontane: Ich bin nicht für halbe Portionen. www.alteschule-ribbeck.de

Auf dem Deich zu den Schafen

Erlenhof Oderbruch – mit Fahrradverleih und Ferienunterkunft. Foto:  zVg

Keine Region in der Nähe der Stadt verspricht so viel Weite wie das Oderbruch. Hier Fahrrad zu fahren macht einfach Spaß. Mit der Regionalbahn ist man vom Ostkreuz in gut einer Stunde in Kystrin Kiez. Und ab hier geht’s ab auf den Oder-Neiße Radweg. Kystrin, Nieschen, Kienitz – vorbei an Loosehöfen, immer auf dem Deich entlang. Eine Baderast am  Naturbadestrand Sophienthaler Polder ist Pflicht. Auch in Kienitz finden sich Naturbadestrände, Herbergen, Gaststätten, Öko- und Erlebnishöfe sowie ein kleiner Hafen. Die ganze Tour finden Sie auf www.oderbruch-blog.de

In der Nähe: Wenn man schon mal in der Gegend ist, sollte man sich einen Besuch auf dem Erlenhof nicht entgehen lassen. Schafe und Schafpudel leben hier friedlich zusammen mit Familie Brunat. Das Ehepaar bietet Übernachtungsmöglichkeiten in urgemütlichen Schäferwage an. Im Hofladen gib es Köstliches und Praktisches vom Schaf und im Schönwetter-Café Kaffee, Kuchen oder ein Glas Wein. Der Erlenhof liegt am Ortausgang Kienitz Nord / Richtung Kienitz, ca. 150 m nach dem Ortsausgangsschild an der L334 auf der linken Seite. Zwei Kilometer vom Oder-Neiße Radweg entfernt. www.erlenhof-im-oderbruch.de