Der BVG-Bus mit dem schrägen Bären-Aufkleber. Morris Pudwell

Diese Werbung der BVG ging gründlich in die Hose. Seit Tagen fahren sie durch ganz Berlin. Hauptsächlich angebracht an Mercedes-Citaro-Bussen. Hauptsächlich auf Linien, die vom Betriebshof Cicerostraße (Wilmersdorf) kommen. Die Rede ist vom Berliner Bär! Aber hier stimmt wohl etwas nicht. Ein besoffener, ein kiffender, ein rammelnder und ein kackender Bär sind neuerdings auch auf den Straßen unterwegs! Was ist denn da los?

Viele Busse der BVG haben das neue Logo Berlins, welches im September 2020 präsentiert wurde, an der Front als Aufkleber angebracht bekommen. Ein Witzbold hat der Kampagne wohl nun mal etwas mit Humor unter die Arme greifen wollen.

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Inzwischen ist die BVG-Führung informiert, heißt es. Nach und nach werden die ulkigen Aufkleber wieder entfernt, wenn dafür Zeit ist. Auf KURIER-Nachfrage bei einem Busfahrer, der eigentlich gar nichts dazu sagen soll, kam nur dieses kurze Statement: „Dit is zwar janz witzich, aber dit sehen die da oben nich so. Der Bengel wird jerade mit Hochdruck jesucht! Den wollen’se bestimmt rauskanten.“

Saufen, kacken ... und das auf einem BVG-Bus! Morris Pudwell

Wir fragten den Busfahrer: „Wie hast du denn davon erfahren, dass die Aufkleber manipuliert wurden?“ Er: „Da stand vorjestern ’n Fahrjast vorm Bus und hat sich fast einjepinkelt vor lachen ...“ „Der kam rinn und meente zu mir, dit is ne jute Numma, jeil!“

Schaden dürfte die schräge Aktion der BVG nicht

Beim „Kackehaufen-Bär“ steckt übrigens eine Berlinfahne und eine „Bündnis 90/Die Grünen“-Fahne.

Hier raucht der Bär sogar einen Joint. Morris Pudwell

Schaden dürfte die Aktion der BVG kaum. Die Berliner Verkehrsbetriebe sind ja bekannt für witzige Werbeaktionen.

Offiziell will sich die BVG zu dem Aufkleber-Streich allerdings nicht groß äußern. Dem Unternehmen scheint die Aktion offenbar doch recht peinlich zu sein. Fest steht, es ist keine witzige Werbekampagne.

Der Vorfall sei den Verkehrsbetrieben seit vergangener Woche bekannt. „Die Entfernung der Aufkleber läuft, die originalen werden wieder an den Fahrzeugen angebracht“, heißt es aus der Pressestelle auf KURIER-Anfrage. Wie viele Busse betroffen sind, ob die falschen Aufkleber auch auf anderen Betriebshöfen an BVG-Fahrzeugen angebracht wurden, will man nicht sagen. Auch nicht, wo man den Urheber des Streiches vermutet. War es etwa ein Mitarbeiter auf dem Betriebshof in der Cicerostraße? Falls es Außenstehende gewesen sein sollten – wie kamen sie auf das BVG-Gelände? Zu diesen Fragen möchte sich das Unternehmen nicht äußern.

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Der Betriebshof Cicerostraße ist der älteste Hof der Berliner Verkehrsbetriebe. Bereits 1899 fuhren von hier aus Straßenbahnen ein und aus. Nach 40 Jahren wurde der Straßenbahnhof geschlossen. 1943 wurde er durch Bomben zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gelände 18 Jahre lang für Kleingärten genutzt. 1957 beschloss die BVG, zur Deckung des gestiegenen Bedarfs einen neuen Bus-Betriebshof auf dem Gelände zu errichten. Am 1.6.1958 wurde der Betriebshof Cicerostraße wieder eröffnet. Auf 42.989 Quadratmetern bietet er 237 Bussen ein Zuhause. Gut ein Fünftel der Gesamtfläche ist bebaut, 493 Beschäftigte der BVG aus dem Fahrdienst, der Technik und der Verwaltung sind hier stationiert.