Süßkirschen werden gerade reif. Auf Streuobstwiesen wachsen sie besonders saftig. dpa / Daniel Karmann

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Kennen Sie das auch: bei einem Ausflug aufs Land fallen einem verwilderte Streuobstwiesen auf, Kirschen, Äpfel, Pflaumen wachsen am Wegesrand. Früher waren solche Wiesen um jedes Dorf zu finden. Heute sind sie ein schützenswertes Gut, eine Kulturlandschaft, die immer seltener wird in Ostdeutschland. Dabei sind Streuobstwiesen wahre Paradiese der Artenvielfalt. Ihren Namen verdanken sie der Tatsache, dass einzelne Bäume verstreut herumstehen; verschiedene Sorten nebeneinander, alte und junge Bäume vermischt. Besonders alte Obstsorten wachsen hier. Goldparmäne, Zuccalmaglios Renette, Landsberger Renette, Ontario und Prinz Albrecht von Preußen etwa.

Der Verein „Äpfel & Konsorten“, die Stadt Baruth/Mark und das I-KU – Institut zur Entwicklung des ländlichen Kulturraums e.V. haben sich die Rettung der lokalen Streuobstwiesen in und um Baruth auf die Fahnen geschrieben.

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Um die Menschen in Berlin und Brandenburg auf den Schatz der Streuobstwiesen aufmerksam zu machen, haben sie einen  Kochwettbewerb initiiert.

Fläming kocht und genießt mit Streuobst

„Fläming kocht + genießt!“, so heißt der Wettbewerb, der am 6. Juni startete, lädt alle, die gern mit regionalen Lebensmitteln kochen und Streuobstwiesen lieben ein, kreativ zu werden.  Zugelassen sind Einzelpersonen aber auch Gruppen, z.B. Sportvereine, Schulklassen oder Unternehmen. Aber Achtung: mindestens eine typische Sorte Streuobst, also  Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen, Himbeeren, Brombeeren oder Quitten muss in dem Rezept verwendet werden.

„Wir suchen Rezepte, die nach Heimat schmecken – das kann typisch Fläming oder typisch Brandenburg sein aber auch national oder international. Einzige Bedingung: Alle Rezepte sollten einen Obst-Bestandteil enthalten“, erklärt Anja Osswald, Vorsitzende des I-KU. Dabei gehe es um mehr als nur Rezepte. „Wir wollen damit auch sensibilisieren für den engen Zusammenhang zwischen Ernährung, Kultur, Regionalentwicklung und Ökologie.

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So schmeckt Brandenburg

Die Rezepte können online in 4 Kategorien eingereicht werden - Vorspeise, Hauptspeise, Dessert/Kuchen und Freestyle- und müssen Angaben über Zutaten, Zubereitung und Kategorie enthalten. Außerdem ist ein Foto in hoher Auflösung (330dpi) notwendig. Gern dürfen die Köche auch persönliche Geschichten rund um das Rezept erzählen.

Opas Quittengelee, Pflaumen in Kombination mit Fleisch, oder ein exotisches Dessert mit Himbeeren aus dem Urlaub, je mehr Ideen zusammen kommen, desto besser.

Die besten kommen ins Kochbuch und auf die Speisekarte

Eine fachkundige Jury wählt dann nach dem Einsendeschluss am 1. September 2022 die fünfzig besten Rezepte aus. Sie werden 2023 in Kooperation mit dem BuchVerlag für die Frau / Leipzig in einem Kochbuch veröffentlicht.

Zusätzlich werden jeweils vier 1. und 2. Preise in den Kategorien Vorspeise – Hauptspeise – Dessert/Kuchen – Freestyle vergeben. Die 4 Hauptgewinner sind Ehrengäste beim festlichen „Fläming kocht!“-Dinner, das Mitte November in Kooperation mit der Stadt Baruth/Mark mit 40 Gästen aus regionaler (Land-)Wirtschaft, Politik, Forschung und Medien ausgerichtet wird.

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Die Gewinner-Rezepte werden dort im Rahmen eines 4-gängigen Menüs angeboten. In der Vorweihnachtszeit sollen dann die Gewinnerrezepte in ausgewählten Restaurants im Fläming auf den Speisekarten stehen.

Zusätzlich erhalten die Hauptgewinner jeweils eine Streuobstpatenschaft auf der Baruther Streuobstwiese im Haagland. Auch auf die Zweitplatzierten warten attraktive Sachpreise.

Foto: Patrick Seeger/dpa
Äpfel sind auf einer Wiese mit Streuobstbäumen zu sehen. Streuobstwiesen helfen dabei, die Artenvielfalt zu sicher, gelten aber als gefährdet.

Wussten Sie, dass Streuobstwiesen sogar einen eigenen Aktionstag haben. In diesem Jahr war das der 29. April. Seit  März 2021 ist der Streuobstanbau sogar Teil des Bundesweiten Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gehen die Streuobstbestände in ganz Europa zurück. Damit schwindet nicht nur ein kultureller Raum  für Menschen, sondern auch ein ökologisch wertvoller Lebensraum.