Es ist nicht das erste Mal, dass Charité-Beschäftigte auf die Straße gehen. Foto: imago-images/Carsten Thesing

Im Frühjahr gab es noch Applaus an den Fenstern und Balkonen für die Pflegekräfte. Ihr Gehalt hat sich bis dato aber noch nicht erhöht. Um in der Krise auch höhere Löhne zu bekommen, ruft die Gewerkschaft Verdi jetzt zu Streiks an der Charité und den Vivantes-Kliniken auf. 

Alle Tarifbeschäftigten, Azubis und Praktikanten in den Charité- Häusern wurden aufgefordert, am 29. September und 30.September die Arbeit niederzulegen. Das bestätigte Verdi-Sprecher Marko Pavlik am Donnerstag dem KURIER.  Der Streikaufruf richtet sich ebenso an die Beschäftigte von drei bis vier Vivantes-Standorten. Darunter das Vivantes-Klinikum in Friedrichshain und das Auguste-Viktoria-Klinikum in Schöneberg. 

Der Streik soll auch die Nacht über gehen. Am 30. September sind Kundgebungen vor dem Roten Rathaus am auf dem Pariser Platz geplant. Die Forderung, die Verdi unterstützt: 4,8 Prozent mehr Lohn (mindestens Erhöhung um 150 Euro im Monat) für die Tarifbeschäftigten, Erhöhung der Azubi-und Studierenden-Gehälter sowie eine Mindestvertragslaufzeit von zwölf Monaten.

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Verdi-Sprecher Marko Pavlik sagt: „Klatschen war gestern. Heute ist Zahltag. Die Beschäftigten haben nicht nur, aber gerade in der Pandemie gezeigt, dass sie systemrelevant sind für die Gesundheit der Menschen. Jetzt muss es sich endlich auszahlen.“  

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat zwar angekündigt, Pflegekräften eine Corona-Prämie von einmalig 1000 Euro zahlen. Doch das reiche vielen Betroffenen nicht. 

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