Der Retter greift beherzt zu und holt die Katze vom Fensterbrett. Morris Pudwell

Es sind Bilder, die das Herz berühren. Ein Feuerwehrmann rettet eine Katze in luftiger Höhe. Das Tier hatte stundenlang ängstlich auf einem Fensterbrett gesessen und konnte sich nicht rühren.

Gegen 21 Uhr alarmierten besorgte Anwohner die Berliner Feuerwehr über den Notruf 112 in die Tabbertstraße nach Oberschöneweide. Dort würde seit vielen Stunden eine Katze auf einem Fensterbrett sitzen und laut miauen. Das wäre eigentlich alles nicht so wild gewesen, doch das Fensterbrett gehörte zu einer Wohnung im 4. Obergeschoss eines 5-geschossigen Wohngebäudes.

Die Gefahr drohte, dass die Katze sich erschreckt und in die Tiefe stürzt

Irgendwie muss die Katze hinter das offene Fenster gelangt sein und konnte sich auf dem schmalen Fensterbrett halten. Der Balkon der Wohnung ist jedenfalls ordentlich gegen das Ausbüchsen des Vierbeiners mit einem Netz gesichert. Der Spalt des angeklappten Fensters war offenbar doch zu groß. Die Bewohner der Wohnung waren nicht zu Hause.

Laut Nachbarn wurden die Leute schon seit Stunden nicht mehr gesehen. Feuerwehrleute, die mit einem KLEF (Kleineinsatzfahrzeug) vor Ort waren, konnten in dieser Situation nichts ausrichten. Ein KLEF rückt bei dem Stichwort „Tiere in Notlagen“ häufig zuerst aus, um die Lage zu erkunden.

Kurzerhand wurde eine Drehleiter der Feuerwache Treptow besorgt und ein Feuerwehrmann fuhr mit einem Kescher und einer Transportbox in rund 12 Meter Höhe.

Die Gefahr drohte, dass die Katze sich erschreckt und dabei in die Tiefe stürzt. Der Feuerwehrmann hatte aber die notwendige Ruhe und fuhr ganz langsam von unten an das Fenster heran. Der heikelste Moment war, als er die Katze greifen wollte. Damit war das Tier nicht einverstanden und wollte sich in eine Ecke flüchten.

Mit einem beherzten, aber energischen Griff bekam der Retter das Tier zu fassen. Sofort steuerte der Maschinist die Leiter Richtung Boden. Dort wurde die Katze in der Transportbox einem Kollegen übergeben. Dabei applaudierten rund 15  Anwohner, die der Rettung gespannt zugeschaut hatten.

Die Nacht verbrachte die Katze auf der Polizeiwache des Abschnitts 36 in der Karlstraße. Die Bewohner der Wohnung wurden schriftlich darüber benachrichtigt, dass das Tier in Gewahrsam genommen wurde. Das Erstaunen dürfte ziemlich groß gewesen sein.

Noch größer könnte das Staunen sein, wenn die Rechnung für die Tierrettung durch die Feuerwehr ins Haus flattert: „Das wird wohl nicht billig!“ So ein Feuerwehrmann vor Ort ...