Der Fahrgastverbands Pro Bahn Berlin-Brandenburg kritisiert, dass Senioren für ihre Abos zahlen müssen, obwohl sie öffentliche Verkehrsmittel in Corona-Zeiten meiden sollen. Foto: Sabine Brose/Sorge/imago images

Für Inhaber von Abos und Monatstickets beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) gibt es vorerst keine weiteren Erstattungsmöglichkeiten während der Corona-Krise. «In Abwägung der derzeit vorliegenden Rahmenbedingungen und Umstände hat man sich darauf verständigt, dass die gültigen Tarifbestimmungen und Beförderungsbedingungen weiterhin anzuwenden sind», heißt es in einem Antwortschreiben des VBB auf einen Brief des Fahrgastverbands Pro Bahn Berlin-Brandenburg.

Darin hatte der Verband auf die aktuelle Lage vor allem von älteren Abonnenten ab 65 Jahren hingewiesen. «Diese Kunden sind Angehörige der Risikogruppe, der generell von der Benutzung des ÖPNV abgeraten wird», schreibt Pro Bahn. «Damit wird dieses Abo für die Zeit der Einschränkungen geradezu wertlos.»

Für Abokunden gibt es beim VBB die Möglichkeit, Zeitkarten zurückzugeben und sich diese erstatten zu lassen, etwa, wenn der Kunde krank ist und die Karte nicht nutzen kann. Inzwischen erstattet der Verbund auch bei amtlich verordneten Quarantänefällen während der Corona-Krise die Tickets - abzüglich des Fahrpreises für die bereits getätigten Einzelfahrten. Eine generelle Erstattung - etwa für Kunden, die aus Vorsicht auf Bus- und U-Bahnfahrten verzichten - gibt es nicht.

Pro Bahn kritisierte diese Regelung in einer Reaktion auf das Antwortschreiben. «Die Bundesregierung empfiehlt also den Seniorinnen und Senioren, den ÖPNV zu meiden, der VBB besteht auf seiner monatlichen Abbuchung.» Der Verkehrsverbund stellt allerdings in seiner Antwort in Aussicht, die Kulanzregeln neu zu überdenken, sollten die aktuellen Einschränkungen längerfristig bestehen bleiben oder sogar verschärft werden. (dpa)