Polizisten suchen an der Köpenicker Landstraße nach der Tatwaffe. Foto: Morris Pudwell

Ein 31-jährige Vater, steht unter dem dringenden Verdacht, in Treptow seine dreijährige Tochter erstochen zu haben. Der Hintergrund: Offenbar konnte er es nicht verkraften, dass sich seine Frau von ihm trennen wollte.  Gegen den polnischen Staatsangehörigen erging am Donnerstag Haftbefehl wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen, teilte die Staatsanwaltschaft am Abend mit. Er sitzt nun in Untersuchungshaft.

Am späten Mittwochnachmittag - Vater und seine Tochter waren allein zu Hause - hatte eine Nachbarin die Polizei zu einem Mehrfamilienhaus in der Köpenicker Landstraße gerufen. Sie hatte Krach und Schreie aus der Wohnung gehört. Als die Polizisten in die Wohnung eindrangen, fanden sie die kleine Alina mit schweren Schnitt- und Stichverletzungen, unter anderem am Hals. Der Mann war da schon aus der Wohnung gerannt.

Kurz nach dem Leichenfund stand er vor der Wache der Bundespolizeidirektion an der Schnellerstraße. Dort soll er einen stark verwirrten Eindruck gemacht haben. „Aufgrund seiner Äußerungen ergab sich der dringende Tatverdacht eines Gewaltverbrechens, so dass er festgenommen wurde“, sagte ein Polizeisprecher. Die 8. Mordkommission übernahm die Ermittlungen. Kriminaltechniker sicherten bis tief in die Nacht hinein Beweismittel.

Die Nachbarin, die die Polizei gerufen hatte, informierte auch die Mutter des 31-Jährigen, die zu dieser Zeit noch in Spandau arbeitete darüber, dass etwas Furchtbares in der Wohnung passiert sei.  Als die Oma des Mädchens am Tatort eintraf, hatten Rettungskräfte der Feuerwehr noch versucht, das leblose Kind zu reanimieren. Für die Dreijährige kam jede Hilfe zu spät. Sie verblutete. Einen genauen Aufschluss über die Todesursache soll die Obduktion geben, sagte ein Polizeisprecher.

Trauernde Anwohner legten am Freitag Blumen vor dem Haus ab, nachdem sie von der grausamen Tat gehört hatten. Nachbarn erzählten, dass es in der Wohnung immer wieder zu Streit und Ärger gekommen sei. Grund für die Spannungen sei der Sohn der Wohnungsmieterin gewesen. Er sei irgendwann zu seiner Mutter gezogen, weil es Probleme in seiner Beziehung gegeben habe.

„Er hat seine Frau häufig geschlagen“, berichtete eine Nachbarin, die anonym bleiben möchte. „Deshalb habe ich den Mann auch nicht gegrüßt.“ Eine Andere Frau sagt: „Die Polizei war des Öfteren wegen ihm da.

Die Frau habe die Gewalt nicht mehr ertragen, weshalb sie sich trennen wollte, mutmaßen Bekannte der Familie. Es sei nach bisherigen Stand der Ermittlungen nicht ausgeschlossen, dass die bevorstehende Trennung der Auslöser für die Tat am Mittwoch war.