Das Thälmann-Denkmal, im Hintergrund die Hochhäuser, die zu DDR-Zeiten gebaut wurden. In letzter Zeit sorgen hier Rowdys für Unruhe. Das Bezirksamt setzt deshalb Videokameras ein. Imago/Schöning

Das Thälmann-Denkmal wird immer wieder mit Graffitis beschmiert, nachts fühlen sich im Park vor allem Frauen unsicher, da die Wege kaum beleuchtet sind. Immer wieder gerät der Thälmannpark an der Danziger Straße in Prenzlauer Berg in die Schlagzeilen. Und die ungenügende Beleuchtung rief jetzt wohl auch Vandalen auf den Plan, die für immense Schäden sorgten. 

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Das Straßen- und Grünflächenamt baut derzeit im denkmalgeschützten Ernst-Thälmann-Park. Unter anderem wird ein bewachsener Bodenfilter (Pflanzenkläranlage) errichtet, als Ergänzung der seit 2004 im Betrieb befindlichen Grundwasserreinigungsanlage. Die Arbeiten sind nahezu abgeschlossen - und werden jetzt von Rowdys sabotiert. 

Vandalismus-Alarm: Der Baustellenbereich im Thälmannpark wird zukünftig mit Videokameras überwacht

In den letzten Wochen traten – trotz Absperrung der Baustelle mit Bauzaun – Vandalismusschäden auf, wie das Bezirksamt vermeldet. So wurden großflächig Pflanzen aus dem Bodenfilter gerissen und im Park verteilt, Bauzäune umgerissen und Baumaterial zerstört. Besonders die Schäden an der Pflanzung sind immens, da diese sich über die kommenden Monate etablieren sollte, um die Funktionsfähigkeit der Gesamtanlage zu gewährleisten.

Um das Risiko für weitere Vandalismusschäden zu minimieren, wird der Baustellenbereich in Zukunft mit Videokameras überwacht. „Die datenschutzrechtlichen Bestimmungen werden selbstverständlich eingehalten“, wie das Bezirksamt mitteilt.

So will das Bezirksamt den Ernst-Thälmann-Park verschönern 

Die Belastungen des Bodens und des Grundwassers sind Relikte aus der Geschichte: Das Grundwasser unter der Siedlung ist verseucht,  weil hier über 100 Jahre ein Gaswerk stand. Das durch den geplanten Bau der Bodenfilteranlage aufbereitete Wasser soll weiter geklärt werden und als Ressource für die Bewässerung von Teilbereichen des Parks genutzt werden, wie das Bezirksamt mitteilt. Zudem ist eine Einspeisung von gefiltertem Wasser in den Kiezteich des Ernst-Thälmann-Parks vorgesehen, um die Verdunstung bei sommerlicher Witterung auszugleichen. 

Für die Pflanzen-Kläranlage sind 500.000 Euro im Haushalt vorgesehen. Ein großes grünes Aggregat holt das Wasser seit bald 30 Jahren an die Oberfläche, reinigt es und drückt es wieder zurück. Ab Mitte November beginnen die Arbeiten zum Bau des neuen Bewässerungssystems.

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Weiterhin laufen Instandsetzungsarbeiten an den Wegen. Außerdem ist die Neuausstattung mit Bänken sowie mit Elementen für Spiel- und Bewegungsangebote geplant. Ziel der Maßnahme ist es laut Bezirksamt Pankow, „diesen Teil des Ernst-Thälmann-Parks wieder attraktiver zu gestalten und neue Erfahrungsräume zu schaffen“.