Der Alexanderplatz in Mitte ist das heimliche Zentrum der Stadt – aber kommt bei vielen leider gar nicht gut weg.
Der Alexanderplatz in Mitte ist das heimliche Zentrum der Stadt – aber kommt bei vielen leider gar nicht gut weg. imago/Gerold Rebsch

Er ist einer der zentralen Plätze der Stadt, vor allem als Treffpunkt beliebt – und es gibt wohl keine Reisegruppe, die hier auf der Tour durch die Hauptstadt nicht vorbeikommt. Der Platz mit Fernsehturm, Weltzeituhr und „Nuttenbrosche“ ist auch einfach Kult. Doch vielen Leuten scheint das heimliche Zentrum Berlins leider gar nicht zu gefallen: Auf Bewertungsseiten im Netz ziehen Einheimische und Touristen über den Alex her. Aber: Was gibt es dort zu meckern? Jede Menge …

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Tausende Bewertungen zum Alexanderplatz gibt es auf Google

Zigtausende Bewertungen zum Alexanderplatz gibt es allein auf dem Bewertungsportal des Suchmaschinen-Riesen Google. Und es geht schon unterirdisch los: Allein der U-Bahnhof bekommt von einigen sein Fett weg. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn hier stinkt es in den Durchgängen nach altem Fett! „Die am schlimmsten riechende U-Bahn-Station Berlins. In der Passage mit den Fressbuden riecht es 24/7 nach altem, ranzigem, abgestandenen Fett“, heißt es in einer Bewertung.

Die am schlimmsten riechende U-Bahn-Station Berlins. In der Passage mit den Fressbuden riecht es 24/7 nach altem, ranzigem, abgestandenen Fett.

Aus einer Bewertung zum Alexanderplatz

Ein anderer Nutzer schreibt: „Fahrmöglichkeiten gut, Bahnen meistens pünktlich, aber dieser widerliche Gestank nach altem Fett ist manchmal einfach kaum auszuhalten. Entweder schlecht durchdachte Lüftungsanlage oder irgendein Laden wechselt das Fett dort in bedenklichen Abständen, so riechts jedenfalls in anderen U-Bahnhöfen mit viel Fast Food nicht.“ Aber auch das Wege-Chaos wird bemängelt. „Problematisch ist sicherlich am meisten die Unübersichtlichkeit des Bahnhofes, wer sich hier nicht auskennt, kann sich schnell verlaufen. Der Verkehrsknotenpunkt Alex ist meist sehr stark überlastet. Könnte man mal gut laufen, schleichen die Touristen im Schongang durch die Gänge.“

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Doch über der Erde geht’s nicht besser weiter: Während der Alex für viele der Treffpunkt schlechthin ist, hassen andere den Platz um die Weltzeituhr. Und dafür gibt’s Gründe. „Vor sehr langer Zeit mal ein schöner Ort. Jetzt nur noch Baustellen, Dreck, Obdachlose, die unter Brücken zelten, zwielichtige Gestalten, Bettler, Kriminalität, und rund um den Bahnhof stinkt es“, heißt es in einer Bewertung. In einem Kommentar ist die Rede von „aggressiven Flaschensammlern, die dich verfluchen, wenn du deine Pfandflasche verteidigst“.

Die Weltzeituhr und der Fernsehturm gehören zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten am Alexanderplatz.
Die Weltzeituhr und der Fernsehturm gehören zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten am Alexanderplatz. imago/Gerold Rebsch

Ein anderer Nutzer schreibt: „War mal wieder nach vielen Jahren auf dem Alex und ich bin total entsetzt, wie es da aussieht. Es ist dreckig, laut, schlechte Luft, total überlaufen, diese Baustellen überall und es ist alles so überteuert.“ Und eine Bewertung stellt klar, dass man sich am Alexanderplatz am besten nicht lange aufhalten sollte. „Unangenehme Gesellschaft. Hohe Kriminalitätsrate. Achten Sie auf Ihr Handgepäck und Ihre Wertsachen! Viele Taschendiebe nutzen das Gewühl. Senioren und orientierungslose Touristen sind besonders gefährdet. Meiden Sie diesen Ort, wenn möglich. Verweilen Sie hier nicht, gehen Sie zügig Ihres Weges!“

Als Kind, Jugendlicher und auch noch später war ich gerne mal da, aber heute war ich wohl das letzte Mal dort.

Aus einer Bewertung zum Alexanderplatz

War es früher besser? Da sind sich viele Nutzer einig: Ja! „Als Kind, Jugendlicher und auch noch später war ich gerne mal da, aber heute war ich wohl das letzte Mal dort“, heißt es in einem Kommentar. Und in einer anderen Bewertung heißt es: „Wir wollten ins Café, da war alles ausgebucht. Ich finde es schade, dass Spontanität nicht mehr möglich ist. Es ist sehr schade. Das war ja zu DDR-Zeiten besser. Du hast in der Schlange gestanden, aber man kam zu einer guten Zeit dran. Schade!“ Und eine Nutzerin schreibt: „War früher mal ein Platz zum Entspannen und sich wohlfühlen. Jetzt meide ich ihn so gut es geht.“

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Kurzum: Der Alexanderplatz ist bei vielen leider recht unbeliebt. „Meiner Meinung nach ist der Alexanderplatz, auch Alex genannt, einer der am meisten überbewerteten Plätze Deutschlands“, heißt es in einem Kommentar. „Halt ne Beton- und Granitwüste ohne jeden Charme, ein bekannter Name macht halt keine Sehenswürdigkeit draus“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer: „Wahrscheinlich der schlechteste Platz des Kontinents! Hässlich, schmutzig, wenig inspirierend, depressiv! Hier gibt es absolut nichts zu sehen.“

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