Wird die Obergrenze an Neuinfektionen überschritten, wird es neue Restriktionen geben. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Bund und Länder haben sich auf eine Obergrenze für Neuinfektionen geeinigt. Ist diese erreicht, muss ein neuer Shutdown kommen. Für Berlin sei diese Grenze allerdings viel zu hoch, warnen die Grünen.

Was ist das Problem? Der Bund legt als Grenze 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einem Landkreis innerhalb von sieben Tagen fest. Verzeichnet ein Landkreis mehr Infektionen, sollen wieder Beschränkungen erfolgen. In Großstädten wie Berlin mache es aber keinen Sinn, einzelne, direkt aneinandergrenzende Bezirke herunterzufahren, erklärt der Senat. Der Regierende Michael Müller (SPD) betont, dass das Abriegeln einzelner Bezirke oder eine Ungleichbehandlung nicht in Frage käme.

Also rechnet Berlin die Formel des Bundes auf die ganze Stadt hoch: 3,7 Millionen Einwohner geteilt durch 100.000 Einwohner, multipliziert mit 50 erlaubten Infektionen. Ergibt 1850 mögliche Infektionen pro Woche, bevor die Notbremse gezogen werden müsste.

Wie realistisch ist diese Zahl?

So viele Neuinfektionen pro Woche aber hat Berlin bisher noch nie verzeichnet – auch nicht Mitte März, als wegen der hohen Infektionszahlen zuerst das Nachtleben, Fitnessstudios, Schulen und Kitas und dann das gesamte öffentliche Leben heruntergefahren wurde.

Grünen-Fraktionschefin Silke Gebel fordert ein weitgreifendes „Indikatorenset“, das nicht nur die Infektionszahlen berücksichtigt, sondern auch Zahlen zu anderen gesellschaftlichen Problemen in der Coronakrise – zum Beispiel Polizeieinsätze wegen häuslicher Gewalt oder die Suizidrate.

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