Die Polizei Berlin ermittelt zu dem mutmaßlich rassistischen Vorfall in einem Imbiss. dpa/Gentsch

Ein unglaublicher Vorfall in Berlin-Kreuzberg beschäftigt die Berliner Polizei. Ein mutmaßlicher Rassist prügelt in einem Imbiss auf zwei Kinder ein und fährt dann in aller Seelenruhe mit dem Auto davon. Begleitet wurde der Schläger von einer Frau. Sie soll nicht eingegriffen haben.

Der Vorfall ereignete sich laut Polizei am Sonnabendnachmittag in einem Imbiss am Mehringdamm. Dort befindet sich auch der legendäre und vor allem bei Touristen schwer angesagte „Mustafa's Gemüse Kebap“.

Der Mann soll unvermittelt an den Tisch der beiden Jungen gekommen sein und ihnen ins Gesicht geschlagen haben, teilte die Polizei am Sonntag mit. Warum, das ist bisher nicht restlos geklärt. Ob die Jungen ihn vorher provoziert hatten oder ob dem Schläger ihre Gesichter nicht gefielen, ist derzeit Gegenstand umfangreicher polizeilicher Ermittlungen.

Immer wieder kommt es in Berlin zu rassistischen Übergriffen

Fest steht: Nach der Attacke soll der Mann den Angaben der Jungen zufolge in einem Auto davongefahren sein. Der Zwölfjährige und der 13-Jährige klagten über Kopfschmerzen. Der Zwölfjährige kam zur ambulanten Behandlung in eine Klinik. Der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz im Landeskriminalamt hat die Ermittlungen an sich gezogen. Nach dem Mann und der Frau wird gefahndet.

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Immer wieder kommt es in Berlin zu rassistischen Übergriffen, allerdings selten so brutal. Meistens endet es für die Opfer in Beleidigungen und Obszönitäten. Auch Berliner Institutionen sind davon nicht ausgenommen. So gab es im Staatsballett Berlin, Deutschlands größter und prestigeträchtigster Ballett-Compagnie mit über 80 Tänzerinnen und Tänzern, einen Rassismus-Skandal.

Die Vorwürfe hatte die dunkelhäutige französische Tänzerin Chloé Lopes Gomes erhoben, nicht nur deutschlandweit, sondern auch in der New York Times, dem Guardian und bei CNN, was dem Fall weltweite Beachtung schenkte.

Angreiferin konnte nach Polizeiangaben als eine 38-Jährige identifiziert werden

Zuletzt beleidigte eine aggressive Frau einen Mann in Begleitung seines Kindes vor dem Gebäude einer Volkshochschule in Lichtenberg. Das war Ende November. Die Angreiferin konnte nach Polizeiangaben als eine 38-Jährige identifiziert werden, die wegen ähnlicher Delikte bereits bekannt war.

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2020 wurden in Berlin fast täglich extrem rechte, rassistische und antisemitische Angriffe begangen. Rassismus ist das dabei häufigste Motiv. Trotz Pandemie und Lockdown dokumentierte die Opferberatung „ReachOut“ 357 Taten. Die Zahlen für 2021 sind noch nicht restlos zusammengetragen worden.