Der betrunkene Autofahrer wird gefesselt abgeführt. Morris Pudwell

Manche Autofahrer haben echt einen Schuss weg. Aber dieser hier schoss den Vogel ab: Erst fuhr er betrunken Auto, dann sprang er in den Teltowkanal, was einen Großeinsatz von Rettungskräften auslöste, schließlich faselte er noch etwas von einer verschwundenen Frau.

Gegen 2.50 Uhr wurde die Alarmierung „Person im Wasser“ bei der Berliner Feuerwehr ausgelöst. Vorausgegangen war, dass Zeugen beobachtet haben, wie ein Mann an der „Grünauer Brücke“ am Ufer des Teltowkanals in Grünau ins Wasser sprang und auf die gegenüberliegende Seite schwamm.

Zuerst trafen Einsatzkräfte der Berliner Polizei ein, die den Mann nur mit Mühe dazu bewegen konnten, aus dem kalten Kanal zu kommen. Er versteckte sich dabei an der Schiffsschraube eines Bootes. Offenbar durch diese Handlungen wurde der Mann handgefesselt und an der Grünauer Brücke festgesetzt.

Der betrunkene Autofahrer hatte sich mit seiner Freundin gestritten

Nun teilte der Mann mehrere Geschichten mit: Er habe sich mit seiner Freundin gestritten und sie sei am „Tauchersteig“ (Straße am Ufer) auch in den Teltowkanal gefallen. Das war das genaue Stichwort für die Polizisten, sofort die Feuerwehr zu einer untergegangenen Person zu alarmieren.

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Feuerwehrleute und ein Polizist suchen den Teltowkanal ab. Hier war der betrunkene Autofahrer reingesprungen. Morris Pudwell

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Innerhalb kürzester Zeit trafen Rettungskräfte aus allen Richtungen ein. Darunter Teile der Rüstgruppe, LHFs mit Booten an der Anhängerkupplung, ein Mehrzweckboot direkt auf der Spree und vollausgerüstete Taucher kamen an.

Dann teilte der Mann plötzlich mit, es habe nur einen Streit gegeben, er sei am Ufer des Kanals aus seinem Mercedes ausgestiegen und in den Kanal gesprungen. Seine Freundin soll dabei das Auto verschlossen haben und weggerannt sein. Die Richtung sei ihm unbekannt geblieben. Die Polizisten vor Ort hatten also keine andere Wahl, bei diesen Angaben eine Personenrettung einzuleiten.

Weil der betrunkene Autofahrer aggressiv war, wurde er gefesselt

Nach und nach kam Folgendes raus: Der Mann pustete freiwillig einen Wert über 1,5 Promille Atemalkohol. Unvermittelt änderte er seine Aussagen wieder. Es war wohl doch nur ein normaler Streit, seine Freundin sei ausgerastet, und er sprang daher ins Wasser, um der Situation zu entkommen.

Der Mann war teilweise aggressiv, legte sich verbal mehrfach mit den eingesetzten Polizisten und Pressevertretern an. Die Berliner Feuerwehr brach den Einsatz nach knapp 50 Minuten Absuche des Kanal- und Uferbereichs erfolglos ab.

Jetzt kommts: Kurz bevor der Gefangenentransporter gegen 3.55 Uhr eintraf, fragte der gefesselte Mann die anwesenden Polizisten: „Was passiert denn mit meinem Hund im Auto?“

Die Beamten sahen keinen Anlass, den Hund aus dem abgestellten Mercedes am Ufer zu befreien. Sollte seine Freundin mit dem Schlüssel wieder auftauchen, würde sie den Hund eventuell rausholen. Oder aber der Mann könne, nach Ende der Maßnahmen, sich selbst darum kümmern. Das wäre ungefähr gegen 9 bis 10 Uhr. Nach Einschätzung der Polizeibeamten bestände wohl nicht die Gefahr, dass dem Tier währenddessen etwas Schlechtes widerfährt.

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Der Trunkenbold wurde in einem Gefangenentransporter zu einer Gefangenensammelstelle zur Blutentnahme gebracht. Mehrere Zeugen konnten bestätigen, dass er tatsächlich das Auto gefahren haben soll. Über den Verbleib seiner Beifahrerin ist bislang nichts bekannt.