Immer wieder bringen dreiste Enkeltrick-Betrüger Senioren um ihre Ersparnisse. Fotos: imago/Sven Simon, imago/Fotostand

Es passiert immer wieder, jeden Tag, überall in Deutschland: Skrupellose Betrüger zocken ältere Mitmenschen ab! Seit Jahren warnt die Polizei immer wieder vor den „Enkeltrick-Betrügern“. Sie geben sich am Telefon als die Enkelkinder wehrloser Senioren aus, bitten um Geld, haben mit ihrer Masche oft Erfolg. Doch die Aufklärungsarbeit der Polizei sorgt auch dafür, dass viele Menschen die betrügerischen Taktiken kennen. Die Schattenseite: Es tauchen immer neue Maschen auf. Jetzt warnt die Polizei etwa vor dem Enkeltrick per SMS.

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Enkeltrick per Handy: So funktioniert die miese Masche

Berichtet wird etwa über einen Fall, der sich in Brandenburg ereignete. Eine Frau aus dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin bekam laut Polizei im März mehrere Kurznachrichten auf ihr Smartphone, angeblich von ihrem Sohn. Er habe eine neue Handynummer - und bat sie um Geld, das sie ihm an eine bestimmte Bankverbindung überweisen solle. Insgesamt überweist die Frau anschließend mehrere Tausend Euro.

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Die Nachrichten stammten natürlich nicht von ihrem Sohn, sondern von einem unbekannten Betrüger. Die Frau erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei. Doch das Geld ist erstmal verloren. Noch perfider: Die Betrüger arbeiten mit dem Schock-Effekt. Angeblich hatte ein naher Angehöriger einen Unfall im Ausland und braucht jetzt dringend Geld, um die Behandlung zu bezahlen.

Immer wieder fallen ältere Menschen am Telefon auf den Enkeltrick herein. dpa

Wie kann man sich davor schützen? Mario Heinemann, der Sprecher des Sprecher des Polizeipräsidiums Brandenburg, rät zur Vorsicht. Denn jeder Smartphone-Nutzer könne Opfer einer solchen Masche werden, erklärt er. „Ich habe viele Dinge erlebt, die ich für unmöglich gehalten habe“, erzählt er. Menschen, die hohe Geldsummen verloren haben, weil sie auf eine fingierte Nachricht hereingefallen sind. Dabei gebe es kein Patentrezept, wie man gefälschte Nachrichten erkennen könne, so Heinemann.

Polizei: Jeder sollte mit gesundem Menschenverstand durch die Welt gehen

Er rät, mit gesundem Menschenverstand durch die Welt zu gehen. Wichtig sei, den Inhalt der Nachrichten zu hinterfragen, persönliche Daten nur sehr sparsam weiterzugeben und die angeblichen Absender zurückzurufen, um den Wahrheitsgehalt der Mitteilung zu erfragen. Und: „Die Generationen sollten miteinander reden“, rät der Experte weiter. Gerade ältere Menschen sind nicht in der digitalen Welt groß geworden, kennen sich dort oft nicht so gut aus. Sie könnten von den Jüngeren lernen.

Für den klassischen Enkeltrick am Telefon rät die Polizei immer wieder: „Fordern Sie immer Ihr Gegenüber auf, selbst seinen Namen zu sagen. Seien Sie immer dann besonders misstrauisch, wenn Sie am Telefon zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen befragt werden.“ Finanzielle Bitten sollten immer genau überdacht werden. Betroffene sollten außerdem gezielte Nachfragen stellen.

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Vielleicht sogar auflegen und den eigenen Enkel unter der bekannten Telefonnummer anrufen – um festzustellen, ob es sich wirklich um Angehörige handelt. Außerdem sei es wichtig, nie Geld an unbekannte Personen zu übergeben. Und: „Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen. Damit entziehen Sie den Tätern die Grundlage, auf Sie aufmerksam zu werden“, rät die Polizei. Und: Bei Zweifeln immer die Polizei einschalten, damit die Betrüger erwischt werden können.