Marie Lagershausen, Lotta Schoenemeyer, Sandra Klotz (h.v.l.) und Elisa Hüllhorst in einer Rundfahrt-Pause. Foto: zVg

Rundfahrten in Tschechien, Polen und aktuell bei der Sport.Land.Nö in Niederösterreich – Berlins Bundesliga-Frauen erobern auf dem Rad die Welt wieder neu. Nach der Corona-Saison mit nur drei von zehn möglichen Bundesligarennen nimmt alles wieder richtig Fahrt auf. Doch mitten in den Neustart grätschen Senat und Landessportbund das 13-köpfige Team ins Aus. Die für 2020 noch gewährte Förderung wird dem Frauen-Team für 2021 versagt.

„Diese Entscheidung ist unfassbar. Seit Jahren strampeln sich die Frauen auf dem Weg nach oben ab und mittendrin werden sie von denen, die ihnen helfen sollen, die sie fördern sollen, im Stich gelassen“, ist Iris Spranger (SPD), Abgeordnete Marzahn/Hellersdorf, entsetzt über diesen Fall.

Kein Herz für Frauen im Radsport – in der multikulturellen Stadt Berlin schien diese Einstellung längst Vergangenheit. Doch jetzt spielen die Männer die Karte ihres starken Geschlechts wieder eiskalt aus. Vor allem die Begründung lässt den Schluss zu, dass Frauenradsport nicht wirklich gewollt ist.

Die drei Ergebnisse der abgebrochenen Corona-Saison wurden vom LSB hochgerechnet, in den Vergleich zu normalen Wettkampfjahren gesetzt und dann als nicht förderwürdig beurteilt. Dabei hieß es doch, dass die Besonderheiten der Corona-Saison sich nicht negativ auswirken sollen.

Spranger: „Egal, was sich im Kleingedruckten abgespielt hat: Dass Berlin die Frauen im Radsport hängen lässt  und sie nicht auf ihrem Weg nach oben gleichberechtigt unterstützt, ist eine Vorgehensweise aus einer längst überwunden geglaubter Zeit. Das tut besonders weh.“