Silvester haben Böllerdeppen Hochkonjunktur: Ein Knaller brennt in der Hand.
Silvester haben Böllerdeppen Hochkonjunktur: Ein Knaller brennt in der Hand. imago/Schwarz

Nach zwei coronabedingt eher ruhigen Jahren kehrt in der Silvesternacht die entsetzliche Routine nach Berlins Unfallkrankenhaus in Berlin-Marzahn zurück: Notfallmediziner müssen wieder durch Böller abgetrennte Finger und zerrissene Hände flicken oder amputieren.

Es klingt zynisch, doch für die Unfallmediziner kehrt die grausame Normalität zum Jahresende zurück. Das Unfallkrankenhaus Berlin rechnet in der diesjährigen Silvesternacht wieder mit mehr Verletzten und hat nach eigenen Angaben die Operationskapazitäten deutlich verstärkt. „Wir gehen davon aus, dass in der Zeit ab etwa 3.00 Uhr bis in den späten Neujahrsabend durchgehend operiert wird“, sagte ein Sprecher des Krankenhauses. Vor der Corona-Pandemie habe das Klinikum rund um den Jahreswechsel jeweils etwa 50 Menschen behandelt. In den vergangenen beiden Jahren seien es mit 8 (2020/2021) beziehungsweise 15 (2021/2022) deutlich weniger gewesen.

In den vergangenen beiden Jahren durften bundesweit keine Feuerwerkskörper verkauft werden, große Feiern fielen aus. In diesem Jahr darf jedoch wieder Silvesterfeuerwerk gezündet werden, der Verkauf beginnt an diesem Donnerstag.

Betrunkene und Kinder besonders gefährdet, von Blindgängern geht besondere Gefahr aus

Die Mediziner am Unfallkrankenhaus erwarten deshalb mehr Verletzungen wie abgerissene Finger und zerstörte Hände nach missglückten Böllereien. Zwei Gruppen seien besonders gefährdet, sagte der Sprecher: „betrunkene Menschen, die unsachgemäß mit Feuerwerkskörpern umgehen. Und Kinder an Neujahr, die nicht gezündetes Feuerwerk oder Blindgänger aufsammeln und zünden wollen.“

Das Unfallkrankenhaus in Berlin-Marzahn (UKB) gehört zu den international führenden Häusern, wenn es um die Behandlung von Brand-, Rückenmark- und Handverletzungen geht. Nach Angaben der Klinik werden dort jährlich mehr als 100 000 Menschen behandelt.