Auch in Berlin wird es diese Woche richtig heiß. Foto: Imago/Panthermedia

Am Wochenende freuten sich die Berliner noch über etwas kühlere Temperaturen – doch nun beherrscht die Schwitze-Hitze die Stadt! Am Freitag soll das Thermometer sogar auf bis zu 38 Grad klettern. Wer danach auf Linderung hofft, hat Pech: Auch danach bleibt es warm. Die Hauptstadt ächzt und schwitzt!

Was tun bei diesen Temperaturen? Verkriechen ist für viele keine Option. Für alle, die auch in der prallen Sonne nach draußen müssen, hat sich ein findiger Programmierer etwas ausgedacht: Der Berliner Jesse Pinho schuf schon vor zwei Jahren die „Kalte Karte“, die bei den Temperaturen wieder beliebt wird. In der Berlin-Karte sind Läden, Restaurants und öffentliche Gebäude eingetragen, in denen Klimaanlagen für Abkühlung sorgen.

Schon in den vergangenen Hitze-Sommern wurde die Karte zum Renner

Auf die Idee kam der Softwareentwickler, als er vor vier Jahren von Chicago in den USA nach Berlin zog. „In Amerika sind Klimaanlagen noch viel weiter verbreitet als hierzulande“, sagt er dem KURIER. „In einer Stadt zu leben, in der es weniger Klimaanlagen gibt, war für mich eine Umstellung. Weil ich als Softwareentwickler auch immer wieder kleine Spaß-Projekte nebenbei in Angriff nehme, dachte ich: Wenn man kühle Plätze sammelt, ist das sicher eine große Hilfe für mich und andere.“ So entstand die coole Berlin-Karte.

Die Kalte Karte versammelt Orte in Berlin, an denen es Klimaanlagen gibt.

Quelle: kaltekarte.berlin

Schon im vergangenen Jahr wurde das Projekt aufgrund der Hitze zum Hit. Inzwischen berichteten sogar ausländische Medien über die Karte, 100.000 Menschen nutzten sie bereits, um im Sommer einen kühlen Kopf zu bewahren – und es werden immer mehr. Denn die verzeichneten Plätze werden von den Nutzern eingetragen. „Jeder kann Orte hinzufügen, von denen er weiß, dass es dort eine Klimaanlage gibt. Ich vertraue den Leuten, dass ihre Vorschläge der Wahrheit entsprechen“, sagt er. Prüfen kann er die Einträge selbst nicht.

Eingetragen sind bisher allerlei Geschäfte und Filialen von Drogerien und Supermärkten, außerdem Kinos und Museen. Auch in Einkaufszentren wie East Side Mall und Eastgate ist es demnach kühl. Als einer der Geheimtipps gilt die Lichtenberger Niederlassung von Ikea. Ein Nutzer schwärmt davon – die Temperatur verschaffe dem Möbelhaus im Sommer „einen taktischen Vorteil gegenüber der Konkurrenz, insbesondere für die große Anzahl schwangerer Frauen, die eine Pause von der Hitze einlegen wollen und sich gleich Babymöbel ansehen können“.