Polizisten bei einem Feuerwerk (Symbolbild).
Polizisten bei einem Feuerwerk (Symbolbild). dpa/ Clemens Heidrich

Sie sind laut, sie stinken, sie machen Dreck und können Menschen gefährden - Grund genug für eine Mehrheit der Deutschen, privates Feuerwerk zu verbieten. Bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov sprachen sich satte 61 Prozent der Befragten für ein Böllerverbot aus!

Mehrheit für Böllerverbot – nur unter AfD-Wählern nicht

Laut der Umfrage sind 41 Prozent der Umfrageteilnehmer „voll und ganz“ für ein Böllerverbot. Weitere 20 Prozent sind „eher“ dafür. Nur 33 Prozent lehnen ein Verbot von privaten Feuerwerk ab. Nur sechs Prozent machten dazu keine Angabe. Befragt wurden 2760 Personen in Deutschland. Teilnehmen konnten nur Personen über 18 Jahren. Nach Angabe des Instituts seien die Ergebnisse damit repräsentativ.

Die Zustimmung für ein Böllerverbot ist dabei beinahe parteiübergreifend groß. Selbst bei der FDP befürworten 37 Prozent ein Verbot „voll und ganz“, „eher“ weitere 22 Prozent. Bei den Grünen sind gar 63 Prozent voll und ganz für das Verbot, weitere sieben Prozent eher. Einzig AfD-Wähler lehnen ein Verbot in der Mehrheit ab. 43 Prozent sind „voll und ganz“ dagegen, weitere 15 Prozent „lehnen es eher ab“.

Petition sammelt viele Unterschriften

Zuvor hatte unter anderem die Deutsche Umwelthilfe ein Böllerverbot gefordert. Rund 95.000 Menschen hätten bereits einen entsprechenden offenen Brief eines Bündnisses aus Verbänden an Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) unterschrieben, teilte die DUH am Donnerstag in Berlin mit.

„Nur durch ein vollständiges Verbot gelingt es uns, dass durch Pyrotechnik nicht mehr Tausende Menschen verletzt werden, Millionen Tiere panisch flüchten und Tausende Tonnen Müll in die Umwelt gelangen“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. An Silvester sei die Luftbelastung mit gesundheitsgefährdendem Feinstaub im Vergleich zu den Vorjahren, in denen ein Verkaufsverbot galt, wieder stark angestiegen.

Pyrotechnik in privater Hand sei gefährlich und nicht mehr zeitgemäß, sagte den Angaben zufolge der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jochen Kopelke. Ein Verbot sei ein Baustein für ein friedliches Silvester. Das Schreiben richtet sich auch an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne). Dem Bündnis gehören den Angaben zufolge unter anderem der Deutsche Tierschutzbund und der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes an.

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CDU fokussiert Debatte auf Migrationshintergrund der Randalierer

In Berlin und einigen anderen Städten waren in der Silvesternacht Menschen mit Böllern und Raketen beschossen worden. Teilweise gab es gezielte Attacken auf Polizei und Feuerwehrleute im Einsatz. Danach war eine Debatte um die Verursacher entbrannt. Vor allem Politiker der CDU hatten die Debatte auf den Migrationshintergrund vieler Festgenommener gelenkt.

Innenpolitiker der Fraktionen von SPD, Grünen und Linke im Berliner Abgeordnetenhaus warfen der CDU-Fraktion daraufhin Populismus vor. Hintergrund ist ein Fragenkatalog, in dem die Berliner CDU unter anderem nach Vornamen von Tatverdächtigen mit deutscher Staatsangehörigkeit fragt. „Damit lässt die CDU ihre rechtspopulistische Maske fallen“, sagte der innenpolitische Sprecher der SPD, Tom Schreiber. Vasili Franco (Grüne) sagte: „Das ist eine Verbreitung von rassistischen Ressentiments.“