Die Musiker der Band Pankow: Andre Herzberg, Stefan Dohanetz, Jürgen Ehle, Andreas „Kulle“ Dziuk und Andre Drechsler.  dpa

Sie könnten noch auftreten, aber sie tun es nicht – zum Wohle ihrer Fans in der jetzigen Corona-Krise. Die Berliner Kultband Pankow hat mit einem eindringlichen Appell die restlichen Konzerte ihrer Tour abgesagt. Darunter auch zwei Veranstaltungen im Kesselhaus der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg. Sie sollten Mitte Dezember Abschluss und Höhepunkt ihrer Feier zum 40. Band-Geburtstag sein.

Der legendären DDR-Rockgruppe um Sänger André Herzberg und Gitarrist Jürgen Ehle fiel die Entscheidung nicht leicht. Auf Facebook teilten sie am Dienstag mit: „ Gemeinsam mit unserem Tourneeveranstalter haben wir uns dazu entschlossen, die noch verbliebenen Konzerte zum 40 jährigen Bestehen der Band vollständig abzusagen, auch wenn sie rechtlich (noch) durchführbar wären.“

Die Musiker wollen Verantwortung in Zeiten zeigen, in denen die Zahlen von Corona-Fällen steigen und eine neue Mutation des Virus auch in Deutschland aufgetaucht ist, bei der man noch nicht genau weiß, wie gefährlich sie sein kann.  Die Band Pankow wolle keine Menschen wegen ihrer Konzerte unnötig gefährden.

Pankow: Band zeigt Verantwortung in der Corona-Krise

„Angesichts der aktuellen Situation können wir nicht länger verantworten, Menschen in geschlossenen Räumen zusammenzubringen und somit Risiken auszusetzen“, erklären die Musiker auf Facebook. „Ein unbeschwertes Feiern ist unter diesen Umständen nicht möglich. Wir bitten um Euer Verständnis und hoffen auf bessere Zeiten, zu denen wir alle beitragen können, indem wir füreinander Verantwortung übernehmen. Auf dass wir uns möglichst bald wiedersehen.“

Damit fallen nicht nur die Berliner Konzerte am 12. und 13. Dezember aus. Auch die Shows in Leipzig (3. Dezember), Dresden (10. Dezember) und in Cottbus (11. Dezember) sind damit abgesagt. Auf der Internetseite des Ticketverkäufers Eventim heißt es: Sobald der Veranstalter die Rückabwicklung freigeschaltet hat, bekommen Kartenkäufer eine Information per E-Mail. Ob die abgesagten Konzerte später nachgeholt werden, sei noch unklar.

Pankow traten im Oktober noch auf dem Stadtfest in Dresden auf. Imago

Die Fans reagierten auf Facebook positiv auf die Entscheidung der Band. „Die einzig richtige Entscheidung. Lasst uns im Sommer draußen feiern“, heißt es. Die Mehrheit der Fans zollte der Band Respekt dafür, dass sie mit der Absage der Konzerte Verantwortung gegenüber ihren Fans zeige. 

Die Band Pankow, die mit Songs wie „Aufruhr in den Augen“ große Erfolge feierte, hatte bereits im Oktober angekündigt, dass sie ihr 40-jähriges Band-Jubiläum wegen Corona nur mit einer abgespeckten Tour feiern wollten. „Klar war, dass wir jetzt nicht so 'ne große Nummer draus machen können, auch wenn es 40 Jahre Pankow ist, aber wir haben einfach keinen normalen Konzertbetrieb zur Zeit“, hatte damals Gitarrist Jürgen Ehle gesagt. Von zwölf geplanten Konzerten sollte es nur sieben geben. Nur zwei fanden vor der jetzigen Absage statt – in Bernau und Halle.