Der Pleite-Juwelierräuber saß am Donnerstag vor Gericht und entschuldigte sich bei seinen Opfern.

Der Fleischer reiste mit einer täuschend echten Knarre im Gepäck nach Berlin, um Geld oder Schmuck zu erbeuten. Doch seinen Coup hatte sich Nenad C. (44) ganz anders vorgestellt.

Der Pleite-Juwelierräuber nun vor Gericht. Ein Mann, der große Pläne hatte: C. wollte in seiner serbischen Heimat einen Imbiss eröffnen. Er lieh sich Geld, häufte 20.000 Euro Schulden an. Bis er sich von Kreditgebern bedroht fühlte.

Er kam zwei Tage vor der Tat in Berlin an. Kaufte einen Hammer, um Schmuckvitrinen zertrümmern zu können. Tigerte durch die Stadt auf der Suche nach einer günstigen Gelegenheit. Es war 11 Uhr, als er am 16. August ein Juweliergeschäft in Spandau betrat. Der Inhaber (71): „Er zog eine Waffe, meine Verkäuferin sollte sich hinknien.“

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Durch Gesten forderte er den Juwelier auf, Vitrinen zu öffnen. Bedrohlich fuchtelte er dabei mit seiner Schreckschusspistole herum. Der Juwelier: „Nur eine Armlänge von mir entfernt.“ Glänzende Beute sackte er ein: 347 Ringe, 18 Ketten, sechs Paar Ohrringe, fünf Anhänger, ein Perlenarmband. Schmuck für rund 12.000 Euro.

Bedrohlich fuchtelte er dabei mit seiner Schreckschusspistole herum

Doch noch im Geschäft legten ihm Polizisten kühles Metall um die Handgelenke. Pleiten, Pech und Pannen: Er konnte mit seinen dicken Handschuhen die Schmuckstücke schlecht greifen. Dem Juwelier gelang es, unbemerkt Alarm bei der Polizei auszulösen.

Als zwei Ringe auf den Boden fielen, konnte der Ladeninhaber schließlich auf die Straße entwischen. Die Verkäuferin (57) floh in dem Moment durch die Seitentür. Der Ladeninhaber im Prozess: „Ich habe mich gewundert, welche Ruhe er an den Tag gelegt hat. Vitrine für Vitrine wollte er locker ausräumen.“ Als der Rucksack fast voll war und sich der Täter nach zwei Ringen bückte, sah der Juwelier seine Chance zur Flucht. Als auch Nenad C. aus dem Laden stürmen wollte, empfingen ihn Polizisten mit gezogenen Waffen.

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Der Pleite-Räuber nun zum Ladeninhaber: „Ich bitte um Entschuldigung, ich habe es nur gemacht, weil meine Familie und ich in Gefahr waren, es tut mir leid.“ Die Anklage lautet auf schweren Raub. Mindestens fünf Jahre Knast drohen. Fortsetzung: Montag.